Samstag, 21. Januar 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank

Da ich sehr einfallslos bin, klaue ich gerne mit meinen Augen bei den unterschiedlichsten Designern. (Ich klaue auch gerne aus Schaufenstern, aus Katalogen und beim Me made Mittwoch sowieso.) Daher kommt mir Yvonnes (Yvonet) Aufruf "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" sehr gelegen, den sie gemeinsam mit Monika (wollixundstoffix) durchführt.

In der ersten Runde geht es darum, seine "Ideen" vorzustellen. Momentan bin ich von einem Kleid aus der Dolce & Gabbana Fall-Collection 2016 angefixt. Ich habe dieses Kleid gesehen und fand es nett. Dann habe ich verschiedene Interpretationen auf der russischen Burdaseite gesehen und fand es toll. Und dann habe ich mir dieses Kleid genauer angeschaut und war angefixt. DAS WILL ICH AUCH HABEN!

(Bildnachweis: http://www.vogue.com/fashion-shows/fall-2016-ready-to-wear/dolce-gabbana/slideshow/collection#3)

Wer die Kollektionen von Dolce & Gabbana kennt, weiß, dass dort Understatement ein Fremdwort ist. Da wird geklotzt und es glitzert und glimmert an allen Ecken bzw. Rundungen. Ich mag das. Ich mag diese Lebensfreude, die diese Kollektionen vermitteln. Diese Leichtigkeit und die Message, dass Mode nicht "bierernst" daher kommen muss. Stefano Gabbana hat dies mit folgenden Worten beschrieben: “We know how the world is today. Fashion makes people dream—this is the service fashion gives,” 

(Bildnachweis: http://www.vogue.com/fashion-shows/fall-2016-ready-to-wear/dolce-gabbana/slideshow/collection#96)

Das Kleid, das ich mir ausgesucht habe, stammt aus der Ready-To-Wear-Show Fall 2016. Diese Show ist märchenhaft bzw. prinzessinnentauglich. Sie holt sich viele Anregungen aus der Märchenwelt: Cinderella, Schneewittchen etc.
Ich würde behaupten, dass mein Kleid Anlehnungen an Cinderella hat. Die Mäuschen zaubern Cinderella ein Traumkleid, (welches dann die böse Schwiegermutter zerstört.)

(Bildnachweis: http://www.vogue.com/fashion-shows/fall-2016-ready-to-wear/dolce-gabbana/slideshow/collection#3)

Ob ich dieses Kleid dann auch wirklich in der Wirklichkeit tragen werde, steht noch auf einem anderen Blatt. Aber ich möchte es gerne nacharbeiten und bedanke mich bei Yvonne, dass sie mir durch diesen Sew-Along den nötigen Anreiz bzw. das dazugehörige Durchhaltevermögen bietet.

Bis bald
Martina

Mittwoch, 21. Dezember 2016

MMM 21. Dezember 2016 - Wie immer zu spät...

Erinnert Ihr Euch an den Prada-Sew-Along. Ja, ist schon etwas länger her. Ich habe mich oft daran erinnert, denn Prada war eine kleine Offenbarung für mich. Ohne den P-S-A hätte ich mich nie auf Prada eingelassen. Es war mir zu exzessiv. (Gut, ich liebe ja Dolce & Gabbana und die sind ja auch äußerst ausschweifend in ihrer Modellauswahl, aber da sehe ich viel Romantik und viel Weiblichkeit.) Prada war mir zu sachlich, zu kühl, zu durchdacht. Das war ein großer Irrtum meinerseits. Dem MMM-Team sei dank!

Beim Betrachten der Herbst-Collection 2016 verguckte ich mich in dieses Modell.

(Bildquelle: Vogue Magazine)
- feminin
- kleidsam
- humorvoll
- kurz: ganz ich. 

So etwas wollte ich unbedingt auch einmal nähen. Dass ich das dann aber so schnell verwicklicht habe, grenzt für mich an ein Wunder. (Ok, die Jacke fehlt noch. Wäre ein nettes Projekt für Bielefeld. Obwohl ... da gibt es ja noch etwas Anderes, was mich unglaublich reizt. Hach, diese blöden Entscheidungen!!!)



Im August bat mich ein guter Freund, ihm zu einer Ballettaufführung ein Weihnachtsmannkostüm zu nähen. Dies habe ich (tatsächlich auch) fertigbekommen. Natürlich wollte ich mir diese Aufführung dann auch ansehen und merkte dabei: Ich habe  GAR NICHTS  zum Anziehen. Dabei fiel mir das Herbst-Winter-Modell von Prada wieder ein.

Schnitt:
Ottobre Herbst/Winter 5/2016, Modell 6 Math Teacher
(Ich oute mich mal als Nicht-Fan der Ottobre. Aber einige Modelle gefallen mir wirklich richtig gut.)


















Größe:
44
Ich bin darüber nicht erfreut. Aber ich tue auch nichts dagegen und darum muss ich jetzt mit dem Ergebnis leben. Nach Ausmessen meiner Taille standen da eine 8 und eine 4 und das Massband war seeehr eng geschnürt. (Kurzer Zwischeneinwurf: Seit einiger Zeit merke ich, dass sich meine Figur - trotz gleichbleibenden Gewicht - verändert!!! Im mittleren unteren Segment wird es immer mehr. Stetig! Was soll der Blödsinn?)

Stoff:
Oberstoff:
schwarzer Baumwollsatin 96 % BW, 4 % Elastan von TST-Stoffen zum Preis von 9,95 €/m
Bildcoupon 96 % BW, 4 % Elastan ebenfalls von TST-Stoffen zum Preis von 24,95 €
(Dienstmagd mit Milchkrug von Jan Vermeer)


Futter:
100 % Viskose vom Stoffhaus am Kö zum Preis von ?. (Der war nicht so teuer.)


Änderungen:
So gut wie überhaupt gar keine.
- 10 cm Länge hinzugefügt
- die Faltentiefe erhöht

Würdest du den Schnitt noch einmal nähen?
Ja, das würde ich. Ich finde, es ist ein guter Basisschnitt. Die Taschenlösung gefällt mir ausgesprochen gut bei diesem Modell.

Fazit:
Ich habe meinen Rock bereits mehrmals getragen. Ich fühle mich verdammt wohl in diesem Ding. Der Stoff für die passende Jacke liegt bereits parat und ich hoffe, auf baldige Fertigstellung. Dies wird dann (hoffentlich) ein Kostüm nach meinem Geschmack.


Ich verlinke mich nun noch schnell beim MMM. Claudia führt heute durch das Programm. Ihr heutiges Kleid finde ich wunderbar. Der Schnitt ist einfach genial.
Es ist in diesem Jahr das letzte Mal MMM und ich möchte einfach dabei sein, denn es ist eine wunderbare Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen.


Ich wünsche allen ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr.

Bis bald

Martina

Nachspann:
Rock - MaxLau
Shirt - Vögele
Strickjacke - ???
Gürtel - Glückstreffer. (Genau so etwas habe ich gesucht. Ansonsten hätte ich nähen oder das tolle Modell von yvonet stehlen müssen. Das wäre mir zwar zu eng gewesen. Aber das Mieder ist so toll.)

Der Weihnachtsmann und sein Gehilfe.
Und der Gehilfe muss unbeding seine Fotokamera suchen. Die Qualität der Handybilder gefällt mir nicht wirklich.


Donnerstag, 8. Dezember 2016

Kleine große Globalisierung...



…oder wie das französische kleine Kastenjäckchen über die inspirierende russische Burdaseite in mein heimeliges deutsch-hessisches Nähreich fand.


Ich bin schon seit Jahren auf der Suche nach einer „Little Black Jacket“. Am besten leicht chanel(l)ig und völlig alltagsuntauglich. Eine Jacke, die man halt überhaupt gar nicht braucht!

Anfang 2015 bin ich durch Zufall auf die russische Burdaseite gelangt und – was soll ich sagen – da fand ich meine Wunschjacke. Genau so und nicht anders wollte ich sie haben. Ich war quasi schockverliebt! Diese Jacke entsprach völlig meiner Vorstellung. Sie ist nicht so ernsthaft wie die typische Chaneljacke, sie ist verspielt, sie macht neugierig, sie bietet Überraschungen und sie glitzert dezent.
Das Kopfkino ging auf on und die Planung begann. Allerdings hat es dann noch über 1 ½ Jahre gedauert, bis ich sie fertiggestellt habe.
Den ersten Nähanstoss für die Jacke gab der diesjährige Jacken-Sew-Along vom MMM-Team. Da habe ich quasi als Trittbrettfahrer mit dem Zuschnitt begonnen.
Im Oktober habe ich auf der AnNäherung Süd einen großen Teil der Jacke fertiggestellt. Ich hatte mir dieses Wochenende dafür eingeplant, da ich 3 Tage lang ununterbrochen nähen konnte. Dies schaffe ich im „wahren Leben“ leider nicht.
Die diffizilen Arbeiten an der Borte sowie die unabdingbaren Handstiche benötigten noch einmal viele Abende. Und … wenn ich nicht Mitte November nach Berlin zum Nähwochenende gefahren wäre, wäre die Jacke noch immer nicht fertig. *räusper*


Schnitt: Burda Moden 09/2002, Modell 117

Größe: 42 mit einigen Änderungen (Einigen Vielen!)

Stoff: Man könnte eigentlich Reste verwerten. Man könnte – muss aber nicht!
Oberstoff: verschiedene Woll-, Boucle- und Walkstoffe – größenteils vom Stoffhaus am Kö
Futter: 100 % Viskose zum Preis von 5,00 €/m vom Stoffhaus am Kö.

Verarbeitung:
Da legen wir mal das Mäntelchen des Schweigens darüber. Ich dachte mir schon, dass es viel Arbeit sein wird – aber so viel?!?
Die zwei größten Zeitfresser waren das Stoffausschneiden und das Flechten und Befestigen der Borte.


Würde ich den Schnitt noch einmal nähen?
Jetzt nicht mehr. Ich hatte bereits eine Probejacke genäht und zwei Stück von der Sorte reichen.

Fazit:
Am 30. Dezember werden meine Mama, meine Tochter und ich das Staatstheater Kassel besuchen, um uns das Ballett „Der Nussknacker“ anzusehen. Da wird diese Jacke ihren Auftritt haben. Denn sie ist – trotz des ganzen Klimbims - unglaublich bequem und man kann sich deshalb ganz dem Tanz – und nicht dem Gezuppel an der Jacke - widmen.



Am Schluss möchte ich mich noch bei Svetlat bedanken. Nur durch ihre Inspiration ist diese Jacke entstanden:

Hallo Svetlat,
ich möchte mich bei dir für diese Inspiration bedanken.
Deine Jacke ist so wunderschön.
Ich hoffe, du verzeihst mir diesen geistigen Diebstahl. Aber ich hatte mich sofort in deine Jacke verliebt und wollte sie nacharbeiten.
Liebe Grüsse
Martina

Привет Svetlat,
Я хотел бы поблагодарить вас за это вдохновение.
Ваша куртка так красиво.
Я надеюсь, что вы простите мне этот плагиат. Но я влюбился в пиджаке и хотел переделать его.
Всего хорошего
Martina

(Ich hoffe, dass der Google Translater einigermaßen richtig übersetzt hat.)

Gleichzeitig möchte ich einen weiteren Dank aussprechen. Und zwar möchte ich mich bei Alexandra vom Blog Mama macht Sachen bedanken:
Alexandra,
vielen Dank, dass du diese Nähtreffs organisierst und leitest. Es waren für mich zwei wunderbare Wochenenden, die ich lange in Erinnerung behalten werde.

Und mein letzter Dank geht an das MMM-Team:
Liebes MMM-Team,
ihr beschert mir jeden Mittwoch einen abwechslungsreichen Einblick in Blogs, die ich ohne eure Plattform nie finden würde.
Wenn ihr eure Sew-Alongs anbietet, reißt ihr mich regelmäßig aus meiner Komfortzone heraus. Außerdem benötige ich ein gewisses Maß an Druck, um ein Kleidungsstück fertigzustellen. Leider schaffe ich es nicht wirklich, an den eigentlichen Sew-Alongs teilzunehmen. Ich nehme die Sew-Along als persönliche Anregung und werkele so vor mich hin. (Im Kopf schwebt mir auch ein tolles Weihnachtskleid umher.)
Vielen Dank, dass es euch gibt.


Tschüss

Martina


Nachspann:
Jacke – MaxLau
Shirt – Vögele
Jeans – Diesel
Schuhe – Alba Moda
Fotos – Premiere: Meine Mama

Mittwoch, 14. September 2016

MMM 14.09.2016 - Ein Hoch auf das Sommerhoch

Man glaubt es kaum. Es ist September mit hochsommerlichen Temperaturen. Ich finde das toll! So kann man sogar noch die Sachen tragen, die man im Sommerurlaub gedanklich bereits in die hinterste Schublade geräumt hat.


Heute möchte ich Euch meinen Sommerliebling präsentieren. Das Kleid trage ich zwar heute auch, trotzdem sind die Bilder aus unserem Sommerurlaub, den wir auf Mallorca verbracht haben. Dort habe ich dieses Kleid bereits auf Instagram gepostet - mit dem Vermerk - Genaueres in meinem Blog zu beschreiben.

Schnitt:
Burda 6/2010 - Modell 101

Größe:
42 mit ein paar Änderungen.



















Stoff:
100 % Seide von TST-Stoffen zum Preis von 20,00 Euro/m (Angebotspreis)

Änderungen:
Das Rückenteil brauchte ich nicht zu verändern, da es sich bereits um einen Kurzgröße handelte. Aber das Vorderteil..... Ja, da habe ich geändert, gebastelt, verdreht - aber was ich schlussendlich gemacht habe, weiß ich gar nicht mehr. Öhm! Ich bin eher der praktische Typ. Ich muss mein Werkstück in den Händen halten, um es zu bearbeiten bzw. um es zu verstehen. Ich könnte also niemals nie das Ergebnis theoretisch vorbestimmen. Das kann ich einfach nicht. Das Dumme an meiner Methode ist dann nur, dass man sie nicht mehr so gut nachvollziehen kann. Außer - natürlich - man notiert jeden einzelnen Arbeitsschritt. Was ich - natürlich -  n i c h t  tue.
Um die Teile miteinander zu verbinden, habe ich französiche Nähte gewählt. Zum Stabilisieren des Besatzes habe ich Seidenorganza genommen. Diesmal habe ich auch mit Seidennähgarn gearbeitet und dies würde ich bei meinem nächsten Seidenprojekt wieder so machen.


Würdest du den Schnitt noch einmal nähen?
Ich wollte diesen Schnitt sofort in Chiffon nachnähen, denn ich finde/fand den Schnitt klasse. Allerdings war es bei dem Seidenstoff schon ätzend, die vielen kleinen Biesen zu nähen. Wie sollte dies nur bei Chiffon funktionieren? Soviel Geduld bringe ich momentan nicht zustande und darum ist der Schnitt zu den anderen gewandert, die ich eventuell noch einmal nähen möchte.

Fazit:
Ich mag mein Sommerkleid. Das Gefühl der Seide, die sich um den Körper schmiegt, ist unvergleichlich. Ich würde es am liebsten jeden Tag tragen, aber dies ist leider nicht möglich, denn mein Kleid leidet bzw. die Nähte leiden.

(Die Nähte dehnen sich bei Beanspruchung. Man sieht bereits die Einstichstellen. *grummel*)

Könnt Ihr mir Eure ultimativen Seidenverarbeitungstricks verraten, damit diese Löcher der Vergangenheit angehören. Ich würde mich über Eure Hinweise riesig freuen.


Jetzt drehe ich noch schnell eine Runde beim MMM, der heute von Monika präsentiert wird. Leider verabschiedet sie sich heute als Moderatorin. Das finde ich sehr schade, kann es aber verstehen.

Tschüss bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Untendrunter - Sommerbräune àla Mallorca
Bilder - Ganz schnöde Handyaufnahmen. Wir hatten noch nicht einmal 'ne Kamera dabei.



Wie bereits gesagt: URLAUBSBILDER!
Da müsst Ihr jetzt durch. ;))

Sonntag, 26. Juni 2016

Sommerrock Sew Along 26. Juni 2016 - Finale

Da ich nicht sicher war, diesen Sew Along erfolgreich abzuschließen, war ich halt ganz still und schleiche mich erst zum Ende ein.
Die Idee des Sew Alongs fand ich von Anfang an toll. Röcke unter Anleitung zu nähen, finde ich reizvoll. Da lernt man immer hinzu. Außerdem erhält man wahnsinnig viele neue Inspirationen. Sei es stoff- oder auch schnitttechnisch. Wie ihr seht, ich liebe Sew Alongs. Das Einzige was mich richtig stört, ist, dass ich mich wahnsinnig unter Druck setze. (Gut, dafür kann der Sew Along nichts. Dies ist ganz allein meine Einstellung zu diesen Dingen, aber trotzdem - ich stehe dann unter Stress. Und zusätzlichen Stress - also die Extraportion für mein Hobby - die brauche ich echt nicht.) Daher habe ich bisher zum Sew Along nichts geschrieben. Aber ich habe es tatsächlich geschafft in der vorgegebenen Zeit einen Rock zu nähen und diesen möchte ich euch vorstellen.


Bei diesem Rock handelt es sich um ein Spontanprojekt (4 Wochen = Spontanobjekt). Ich schlenderte durch mein geliebtes Stoffhaus am Kö, wühlte am Restetisch und erblickte IHN. Wie beschreibt man IHN? Am besten trifft die Beschreibung eines großlöchrigen Fischernetzes auf IHN zu. Im Grunde total hässlich, aber beim Anblick hat sich sofort das Kopfkino eingestellt und das Habenwollen sowieso. Interessanterweise fand ich auf diesem Wühltisch noch den passenden weißen Leinenstoff und nahm das als ein Zeichen für den Sommerrock Sew Along!

So, dann zum Schnelldurchlauf:

Schnitt: Burda 7175 


Größe: 44 - 42 + 2
(Ja, ja, klingt alles sehr kryptisch!)

Stoff: 
Oberstoff: Spitzenstoff (könnte auch als Fischernetz durchgehen) aus 100 % Baumwolle vom Stoffhaus am Kö zum Preis von 11,90 Euro -Rest-. 
100 % Leinen -ebenfalls Stoffhaus am Kö- zum Preis von 7,90 Euro -Rest-.
Futter:  100 % NevaViscon zum Preis von 10,90 Euro


Änderung am Schnittmuster:
Ich hatte keinen Bock auf einen Proberock. War mir aber auch nicht sicher, welche Größe ich jetzt wirklich brauchte und darum begann ich mit dem Futterrock. Ich entschied mich, den Vorderrock in Größe 44 und den Hinterrock in Größe 42 mit gaaanz viel Nahtzugabe zuzuschneiden. Der Plan ging auf. Nur aus der gaanz viel Nahtzugabe wurde eher ganz schön wenig Nahtzugabe. Dies musste ich beim Auflegen der Schnittteile auf dem "Fischernetz" bedenken, da die Seitennaht wegfallen sollte (44 - 42 + 2). An der Hüftrundung wollte ich nur mit einem Abnäher arbeiten. Diese Vorgehensweise wähle ich häufig, wenn ich ein "Muster" nicht zerstören möchte. Die einzige knifflige Stelle ist dann die hintere Mittelnaht, die man mustermäßig anpassen muss.


Verarbeitung:
Ja, das war blöd. ER hatte mich so geblendet, dass ich die wichtigste Regel beim Stoffkauf vergessen hatte = die Stoffbreite. Ich schrieb ja bereits, Kopfkino an (Blumenwiese - elfengleich hüpfend - usw.) und alles weitere wird dann nebensächlich. *grummel*
Meinen Wunsch, den Rock mit der schönsten aller Bogenkanten abzuschließen, konnte ich vergessen. In meiner Not entschloss ich mich, das Leinen zusammen und das "Fischernetz" mit einem Schrägband zu verbinden und gleichzeitig zu versäubern. Dies gefällt mir jetzt auch sehr gut. (Natürlich geht es nicht ohne Kritik: Das Leinen dehnt sich mehr als das "Fischernetz" und guckt somit unten raus. Blödes Leinen!)
In die hintere Mitte habe ich einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht und den oberen Bund ebenfalls mit Schrägband abgeschlossen.


Zur Musterverabeitung:
Ich halte mich mit Empfehlungen oder Ratschläge an andere zurück. Nähen ist ein kreatives Hobby und ein jeder hat einen anderen Anspruch. Ich bin zum Beispiel total unkreativ, daher liegt mein Fokus beim Nähen eher auf der handwerklichen Seite. Ich verzweifle bei der Auswahl an passenden Zubehör für mein Projekt, könnte aber hingebungsvoll den Saum mit der Hand umnähen.
Vor ein paar Wochen stellte Karin vom Blog dreikah ihren neuen Waxprint-Rock vor. Da diese Stoffe vom Muster leben, fragte sie, wie andere Hobbyschneider mit Musterstoffen umgehen. Ich hatte lange gezögert, ob ich etwas dazu schreibe, denn meine Meinung ist ganz anders als die der meisten Kommentatoren. Trotzdem fasste ich mir ein Herz und schrieb, dass mir persönlich Musteranpassungen sehr wichtig sind. Karin fragte mich, ob ich meine Verarbeitung erklären könnte und dies möchte ich jetzt kurz machen.
Bevor ich meinen Musterstoff zuschneide, habe ich bereits die entsprechende Länge ermittelt (Proberock), denn ich baue mein Modell von unten herauf auf. (Ich persönlich finde es schön, wenn das Muster am unteren Rand harmonisch verläuft. Allerdings ist nicht immer ein schöner Abschluss vorhanden - wie auch bei meinem "Fischernetz".)

Im Grunde ist es total einfach und keine Hexerei. Das Bild verdeutlicht es viel besser als mein Geschwätz.

Natürlich verzichte ich bei Musterstoffen auf unnötige Teilungsnähte. Jede Naht verändert den Musterverlauf. (Ganz deutlich sieht man dies bei "Wiener Nähten", die oft in Oberteilen verwendet werden. Da gelten auch noch andere Richtlinien bei der Musteranpassung.) Ich habe sogar die seitliche Naht herausgenommen, nur damit das Muster ungestört fließen kann.


Bei der hinteren Mittelnaht musste ich auch eher schlecht als recht basteln, denn mein Gewebe war alles andere als kooperativ. Die Spitze war unegal und verzog sich nach Lust und Laune. Dies bedeutete, dass ich gezählt, gesteckt und schlussendlich die Spitze an das Leinen geheftet habe. Erst dann war ich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis.

Diese Vorgehensweise eignet sich nur für schmale gerade Röcke. Wenn ich A-förmige Röcke zuschneide, ist die gesamte Vorgehensweise hinfällig. Da beginne ich zwar auch mit der endgültigen Rocklänge, schiebe aber meine Schnittteile solange umher, bis mir das Ergebnis gefällt. Und dieser Prozess kann sehr sehr lange dauern. Aber auch da ist es mir wichtig, dass Muster harmonisch zu integrieren. Dass der Blick ruhig und ungestört über das Muster wandern kann. Auch ist es mir wichtig, dass die hintere Mitte einigermaßen passt.


Am Freitag bei der Abizeugnisausgabe konnte ich Feldstudien betreiben und muss euch sagen, was die Konfektion da bietet, ist unter aller Kanone. Das stimmt mustertechnisch nichts überein.


Würdest du das Schnittmuster noch einmal nähen?
Es ist ein Basicschnitt und der wird archiviert.

Fazit:
Mir gefällt mein Rock. Nicht mehr und auch nicht weniger. Leider kann ich ihn im Moment nur nicht tragen, denn ich habe ein Schuhproblem. Vor zwei Wochen bin ich mit dem kleinen Zeh gegen die Schrankwand gerammelt. Uiuiui - war mir schlecht. So ein kleiner Zeh und so viel Schmerz. Seitdem bin ich malade und kann keine schönen Schuhe tragen. *schnief*


Vielen Dank möchte ich den beiden Initiatorinnen Constanze und Meike sagen. Eure Idee war klasse! Und jetzt schaue ich mir die Ergebnisse der anderen Teilnehmerinnen beim sonntäglichen MMM an.

Ich verbleibe bis bald

Martina

Nachspann:
Rock - MaxLau
Shirt - irgendein no-name-Teil
Fotos - Laura

PS: Die Fotos sind nicht geschönt - ich bin ganz mutig und zeige euch die blanke Wahrheit. Bei gefühlten 45 ° Hitze und 99 %iger Luftfeuchtigkeit ist sowieso alles verloren. *grins*


Donnerstag, 12. Mai 2016

Was soll ich nur nähen???

In ungefähr zwei Stunden beginnt mein geliebter Nähkurs und ich weiß nicht, was ich nähen möchte. Pläne gibt es ungeheuer viele (von den dazugehörigen Stoffen mal abgesehen), aber irgend etwas fehlt mir/stört mich - ach, ich kann es nicht in Worte fassen.

Projekt Nr. 1
Einer lieben Freundin habe ich zum 50ten einen Gehrock versprochen.  Letzte Woche habe ich ihre Maße genommen, den Downloadschnitt ausgedruckt und zur Seite gelegt. Ich habe so Angst, dass ich alles falsch mache. Einerseits finde ich die Herausforderung spannend, andererseits die Angst, ihren Anforderungen nicht zu entsprechen.

Projekt Nr. 2
Bei meinen prada-inspirierten Kleid habe ich den Schnitt abgepaust. Da ich kein richtiges Schnittmuster habe, bin ich völlig unsicher, ob das alles zusammenpasst.

Projekt Nr. 3
Ich habe in der letzten Zeit zwei Mäntel genäht. Einer davon war ein Probemantel, denn den Original-Stoff wollte ich so ohne Probe nicht zuschneiden.

Diese drei Projekte stehen in der engeren Auswahl und alle drei bereiten mir Bauchgrimmen. Anstatt ich mich voll Tatendrang in die Projekte stürze, stürzen viele Fragen auf mich ein: "Willst du den teuren Original-Stoff wirklich für diesen Mantel zerschneiden? Vielleicht findest du einen viel besseren Schnitt!" oder "Möchtest du dir wirklich die Mühe machen, ein Kleid mit Spaghettiträgern anzufertigen? Denke doch mal an deine Winke-Winke-Oberarme und ohne BH geht/steht schon mal gar nichts!" oder oder oder.

Kennt ihr auch diese Zweifel?

Meistens beginne ich dann mit etwas völlig anderem. Ich glaube, Übersprungshandlung nennt man so etwas. Richtig Spaß habe ich dann aber auch nicht, denn die geplanten Projekte schwirren mir ständig im Hinterkopf umher.
Ach, ich sage euch, Probleme sind das. Wahre Luxusprobleme.


Ja, und weil ein Blogbeitrag ohne Bilder ein sterbenslangweiliger Beitrag ist, möchte ich euch ein paar Uraltbilder zeigen. Bei diesem Schnitt dreht es sich um meinen Lieblingsschnitt. Er ist aus einer easy-fashion ????
Da der Schnitt zu klein geworden war, habe ich ihn für diese Tunika entsprechend vergrößert. Wahrscheinlich habe ich mal wieder zuviel vergrößert. Die Tunika erscheint mir auf den Bildern viel zu groß. (Ist übrigens ein Markenzeichen von mir. Bei mir ist es meistens zu weit als zu eng.) Nachprüfen kann ich es leider nicht mehr, denn die Tunika existiert nicht mehr. Ich habe sie verschenkt. Ich kam mir fremd vor, obwohl ich dieses grün sehr mag.


(Sogar auf den Bildern komme ich mir fremd vor.)

Bis bald

Martina

PS: Jetzt habe ich zwar einen Blogbeitrag geschrieben, aber weiß immer noch nicht, was ich nähen möchte.

Samstag, 30. April 2016

UFO April 2016

Yvonet hatte den genialen Plan, vorhandene UFO's fertigzustellen. Zuerst dachte ich mir, dass ist ja gar nichts für dich. Denn ich - ich habe keine UFO's. Ich arbeite alles sofort -ohne Unterbrechung und ohne wenn und aber- ab. Ich bin total zielorientiert. DACHTE ICH. Ja, und dann kam unser Umzug. Und dabei fanden sich viele seltsam gefüllte Plasiktüten mit vielen seltsam zugeschnittenen Einzelteilen an. UUPS!


Im Zuge des Umzuges sind dann einige von den gefüllten Plastiktüten auf den Müll gewandert, aber einen Teil möchte ich im Zuge des UFOs-Vernichtungsplanes fertigstellen. Mein erstes UFO ist ein Ballon-Mantel mit Bubikragen und 3/4 langen Ärmeln.

Schnitt:
Burda-Style 7497


Größe:
42

Stoff:
Oberstoff - 100 % Wildseide vom "Stoffhaus am Kö". Den Preis weiß ich nicht mehr.
Futter - Ich tippe auf NevaViscon.

Änderungen:
Mit den Änderungen fing das Dilema an, dass ich den Mantel nicht fertiggestellt habe. Ich bin mir zwar nicht 100 % sicher, aber es war zu der Zeit, dass ich mich mit FBA und anderen Änderungen näher befasste. Ich begriff, dass mir ohne diese Änderungen, die Sachen nur halbwegs passten. Die Änderungen, die ich damals durchführte, kommen mir heute grob fahrlässig und schlichtweg falsch vor. Aber ich wusste und kannte es nicht anders.
Jedenfalls zog ich aus meiner Plastiktüte viele Einzelteile, die genau dem Schnittmuster entsprachen. GsD hatte ich mit 2,5 cm Nahtzugabe gearbeitet. Daher konnte ich wenigstens den Brustpunkt neu bzw. an die richtige Stelle setzen.


Nach der ersten Anprobe war klar, dass mit dem Ballonmantel wird  nichts. Das geht ja gar nicht. Ich sah wie ein großer grüner Flaschenkürbis aus. Aber so schnell wollte ich mich nicht geschlagen geben. Also verlängerte ich die oberen Rückenfalten bis hinunter zum Saum, um entsprechende Weite aus dem Mantel zu nehmen. Diese einzelnen Falten wurden fein säuberlich mit der Hand festgenäht. (Die Maschinenstiche sahen allesamt doof aus. Habe ich natürlich probiert - hätte ja auch klappen können.)

Verarbeitung:
Der Stoff ist eine Diva - eine äußerst nervige Diva - eine entsetzlich nervende Diva. Er franzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Meine glorreiche Idee, wenigstens den Saum mit der Overlock zu versäubern, scheiterte daran, dass der Saum samt Overlocknaht einfach wegfranzte. Platsch - da lag der abgekettelte Saum am Boden und den Rest des Mantels hielt ich in den Händen!?!


(Ich sage nur Momentaufnahme - kurz vor dem Bild war der Ärmel faltenfrei. 
Das letzte Bild soll veranschaulichen, dass gerade geschnittene Mäntel nicht so optimal für meine Figur sind. Da gibt es bessere Schnitte.)


Würdest du den Schnitt noch einmal nähen?
Nein! Obwohl...
Ich muss sagen, die obere Partie des Mantels gefällt mir gut - recht gut sogar. Aber der Balloneffekt - nein, das muss nicht sein!


Fazit:

Liebe Yvonne, vielen Dank für deine Aktion. Den Mantel hätte ich niemals nie fertiggestellt. Jetzt werde ich ihn im Juni zusammen mit meinem Prada-inspirierden Kleid zu einer Hochzeit tragen. Das hätte ich ohne deine "Idee" nicht hinbekommen.

Bis bald

Martina