Mittwoch, 1. August 2018

MMM 1. August 2018 - Und es ist Sommer


Ja, es ist Sommer in Deutschland. Und was für einer! 
Da man sich darauf aber nicht verlassen kann, bin ich im Juli mit meinem Mann und Tochter Laura nach Griechenland in den wohlverdienten Familienurlaub geflogen. Da hatten wir dann genügend Muse, um eins zwei drei Bilderchen zu „schießen“, die ich hier nun zeigen möchte.😎

An unserem vorletzten Abend habe ich mein „neues“ Maxikleid angezogen. In diesem Kleid fühlt sich auch die Coolste und Härteste (fast) wie eine Prinzessin. Es ist unbeschreiblich, welche Wirkung der Seidenstoff auf den Träger ausübt. Dieser Stoff umschmeichelt und streichelt seinen Träger bei jeder Bewegung. Laufen wird zum sinnlichen Vergnügen. Und wenn dann noch ein leichtes Lüftchen das Kleid zum Spielen verführt, ist man der Glückseligkeit sehr, sehr nahe.

Ihr seht, mich hat das Kleid verzaubert. OK – es ist nicht wirklich alltagstauglich, aber bei diesen tollen lauwarmen Abenden eine willkommene Abwechslung zum grauen Allerlei. Den letzten Auftritt hatte mein Kleid am vergangenen Samstag. In unserer Stadt fand das alljährliche Weinfest statt. Und diesmal hatte man das Gefühl, im Urlaub in Griechenland zu sein.


Schnitt: 

Größe: 
42
Stoff:
Oberstoff – 96 % Seide, 4 % Elasthan von Etsy
Futter – beim Oberteil Seidenstretch und beim Rock 100 % Viskose – beides vom Stoffhaus am KÖ

Verarbeitung: 
Der Spaß begann bereits beim Auflegen der Schnittteile. Den Stoff konnte man nur in 50 cm-Schritten ordern. (50 cm sind beim Mount Everest nicht viel – aber bei meinem Projekt – uiuiui). Deshalb habe ich aus den Rockbahnen Weite herausgenommen, damit ich alle Teile unterbringen konnte. Des Weiteren habe ich Teile im geraden anstatt schrägen Fadenlauf zugeschnitten. (Natürlich nur die, wo ich keinen Nachteil befürchtete.)

 


Das Nähen an sich ging recht einfach. Nur beim Füttern des Oberteils musste ich überlegen, wie ich das verstürzt bekomme. Schlussendlich habe ich in dem Bereich viel mit der Hand nähen müssen. (Finde ich aber nicht so schlimm!) Mit Hilfe der Tochter Laura habe ich dann den Reißverschluss angepasst bekommen. (Irgendwie bin ich da auch nicht passformkompatibel zu Burda!)



Fazit:
Ich habe es ja bereits im Vorwort gesagt: Selbst die Coolste mutiert zum Prinzesschen. 😉
Ich mag mein Kleid – auch wenn es wenig Gelegenheiten gibt, es auszuführen. Aber diese Gelegenheiten sind ganz besonders. Ich würde es wahnsinnig gerne in Hamburg beim Nähtreffen im November tragen, denn dies wäre ein ganz besonderer Anlass. 😉

Nähtreffen in Hamburg? Ja, Küstensocke und Die fesche Lola stellen heute ihr Programm (vom allerfeinsten) beim monatlichen MMM vor. Außerdem führen sie stilsicher durch die heutige Runde.


Ich sage tschüss


bis bald (und drücke mir ganz fest die Daumen für einen Platz beim Nähtreffen)

Martina

Nachspann:
Kleid – MaxLau
Fotos – Kooperation zwischen Mann und Kind
Schuhe, Schmuck, Accessoires sind nicht der Rede wert, denn da wird getragen, was in den Koffer passt. Große Auswahl ist da nicht zu erwarten.


Mittwoch, 6. Juni 2018

MMM 5. Juni 2018 - Ich habe einen Riesen-Vogel

Kennt Ihr das? Ihr seht einen Stoff und seid verliebt. SCHOCKVERLIEBT! Obwohl - nein, gerade weil der Stoff alles andere als unscheinbar ist.


Erst einmal die Farben. Ich liebe rot, ich liebe grün und ich liebe beige in allen seinen Variationen. Mein Stoff ist beige, grün, rot - also perfekt! Auch das Material lässt mein Schneiderherz höher schlagen. Ein Seiden-Mix-Gewebe.
Gesehen (und natürlich auch gekauft) habe ich den Stoff bei Autfizz in Rosenheim. Einen Panneaux hatte ich geordert und danach festgestellt, dass ich damit nicht so weit komme. Also wurde der zweite Panneaux in Hamburg bei Stoffe-Mahler mitgenommen. Jetzt hatte ich genug Stoff für meinen geplanten Rock. Im April erhielt ich eine Einladung zum Stoffekaufen in Kassel. Die Ladenbesitzerin ist eine Liebhaberin von außergewöhnlichen Stoffen und ihr könnt euch bestimmt vorstellen, welchen Stoff ich vorfand. Allerdings in neuer Haptik. Dieser Stoff ist sehr weichfallend. Ja, nun stand ich vor einer großen Entscheidung. Sollte ich wirklich den gleichen Panneaux ein drittes Mal kaufen? Bin ich wirklich so unvernünftig? Bin ich wirklich so verführbar? Na ja, die Antwort kennt Ihr ja bereits. Ich wollte diesen Stoff unbedingt und habe jetzt drei Riesen-Vögel!!!


Schnitt:
Burda-Style 07/2014 Modell 116
Dieser Schnitt ist ausprobiert. Ich habe daraus mein Mauskleid genäht. Manche Kleider benötigen einfache schlichte Schnitte, damit das eigentliche Muster voll und ganz zur Geltung kommen kann.

Größe:
42

Stoff:
96 % Seide, 4 % Elasthan von einer Stoffliebhaberin in Kassel-Lohfelden. Zum Preis sage ich mal lieber nichts, sonst denkt ihr noch ich hätte einen Vogel!


Änderung/Verarbeitung:
Da denkst du dir, wenn der Schnitt schon einmal genäht worden ist, gibt es keine Probleme. Aber irgendwann merkst du dann, dass das leider so nicht stimmt. Jeder Stoff reagiert und fällt anders. Blöd nur, wenn schon viele Nähte genäht worden sind und man zum Trenner greifen muss. Noch blöder, wenn der Stoff das Trennen nicht mag und kleine Löcher sichtbar bleiben.
Bei dem Kleid entschied ich mich für "Französische Nähte". Erstens - damit die Nähte besser gesichert sind und zweitens - finde ich die Verarbeitung "sauberer". Beim Halsausschnitt entschied ich mich gegen einen Beleg und arbeitete mit Schrägstreifen. Im Nachhinein eine gute Entscheidung. Die Säume von Ärmel und Kleid wurden mit einem Baby-Hem gesichert.


Vom Arbeitsaufwand eher ein schnelles Kleid, aber.... Ich wollte schon, dass die verschiedenen Farbflächen vorne und hinten auf gleicher Höhe sind. Also musste ich an den entscheidenden Stellen heften, damit alles da blieb, wo ich es haben wollte! Deshalb habe ich auch auf die hintere Mittelnaht verzichtet. (Das trägt allerdings nicht zur besseren Passform bei!) Die Schulterpartie hat mir viel Kummer bereitet und ich bin mit ihr nicht 100 %ig zufrieden. Nein, ich werde jetzt nicht motzen - alles gut!

















 

Bei diesem Kleid habe ich auf das Füttern verzichtet. Ich wollte die Leichtigkeit des Stoffes nicht verlieren. Natürlich trage ich unter dem Kleid ein Unterhemd, damit der Oberstoff besser gleiten kann und nicht am Körper kleben bleibt.


Fazit:
Ich mag es! Es ist schlicht und einfach - genau wie ich!


Jetzt freue ich mich auf eine Runde MMM, den heute Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte anführt. Einmal im Monat zeigen Hobbyschneiderinnen ihre Werke. Ich hoffe, dass noch ganz viele nähbesessene Frauen  dabei sind, denn die neue Datenschutzverordnung vermittelt momentan mehr Unsicherheit als Sicherheit.

Ich sage tschüss bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Unterwäsche - Lady Avenue (Was für ein bescheuerter Name!)
Schuhe - Jil Sander
Fotos - Laura



Mittwoch, 2. Mai 2018

MMM 2. April 2018 - Sonnen-Frühlings-Wochenende

Eigentlich sollte mein "Kostüm" bereits Anfang März fertig sein. Hihi - eigentlich! Seine tatsächliche Premiere hatte es dann vor einer guten Woche. Die Jacke hatte ich zwar schon öfters an, aber zusammen war es tatsächlich eine Premiere.



Schnitt:
BurdaStyle 03/2018 Modell 106b

Größe:
42- so als grobe Orientierung

Stoff:
Oberstoff: 88 % BW, 10 % Polyamid, 2 % Elasthan - so um die 30,00 €/m
Futter: 100 % Viskose - 5,00 €/m
Original Burda Stoff sowie Futter vom "Stoffhaus am Kö".


Änderung/Verarbeitung:
Oh ja, da war doch was. Ich habe mich immer gewundert, warum meine Schulterpartien nie so richtig gepasst haben.  Hilfe fand ich im letzten Jahr in Köln. Bei dem damaligen Bloggertreffen trat als ein "Highlight" Sebastin Hoofs auf. (Ich bin sehr angetan von diesem jungen Mann. Man verspürt seine Freude am Nähen, sein Kenntnisreichtum ist verblüffend und das Engagement, anderen Menschen das Nähen näherzubringen, erstaunt mich sehr.) Jedenfalls erklärte mir Sebastian, dass die Schulterpartie zu eng ist, aber die Halsbreite zu weit. Dies habe ich zu ändern versucht und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Ich habe halt einen kurzen und dünnen Hals.

(Vielleicht erkennt man die Handstiche, die den Kragen in Position halten sollen.) 

Des Weiteren habe ich den Rückenbereich in Höhe des Armlochs und kurz oberhalb der Taille gekürzt. Im Vorderteil habe ich eine FBA eingefügt und die entsprechenden Abnäher verlegt.
Danach habe ich gesteckt, genäht, getrennt. Gesteckt, genäht, getrennt. Gesteckt, genäht - getrennt. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Ich habe mindestens jede Naht einmal getrennt. Das ist mir noch nie vorher passiert. Ich war nahe dran, dass Teil in die Tonne zu knallen.
Beispiel: Die Jacke verfügt über ein doppeltes Schößchen. Natürlich war ich bei meiner Hüfte nicht so sicher, ob ich das doppelte Schößchen haben wollte. Aber die Jacke ist mit Schößchen, also nähte ich mit Schößchen. Ja, und ich habe ein wunderschönes Schößchen genäht. Quasi, das ultimative Superschößchen! Nur als das Superschößchen an dem Jackenrumpf angenäht war, ich mich mit dem Doppeldecker im Spiegel sah, wusste ich, das WENIGER in diesem Fall viel mehr ist. Also hatte ich wieder einmal einen gesamten Abend umsonst genäht und musste trennen und neu stecken...


Da ich bei meiner Jacke die Abnäher versetzt hatte und der Stoff dies ungünstig darlegte, entschied ich mich schlussendlich gegen Knöpfe und wählte Haken und Ösen. Die Jacke wirkt daduch gefälliger und leichter, nicht so gedrungen.


Unterstützt wurde ich beim Nähen durch das Makerist-Video von Inge Szoltysik-Sparrer. Die Art und Weise wie sie das Revers vorbereitet und näht, habe ich teilweise übernommen. Es war für mich sehr ungewöhnlich und arbeitsintensiv, aber vom Ergebnis bin ich sehr angetan. Das Revers rollt von ganz alleine.


Fazit:
Die Jacke hat sich trotz der "Nähschwierigkeiten" zu einem Liebling gemausert.


Nun noch kurz zum Rock:

Schnitt:
dp-studio #Le 406


Größe:
Es war die Größte angegebene Größe.


Stoff:
Oberstoff: sehr dünner, sehr gefälliger Viskose-Musselin??? - so um die 30,00 €/m
Futter: NevaViscon - 12,00 €/m
Original Burda Stoff sowie Futter vom "Stoffhaus am Kö".


Änderung/Verarbeitung:
Ich möchte einmal einen Schnitt und danach den Stoff ausschneiden. Daraufhin den Stoff zusammennähen. Eventuell noch ein Reißverschluss einnähen und dann das Teil anziehen und voller Freude tragen. Tadada - Nur, bei mir klappt das nie!
Es fing schon damit an, dass ich Längsstreifen und keine Querstreifen bei meinem Rock haben wollte. Allerdings reichte mein Stoff dafür nicht aus. (OK, bei den Querstreifen wäre es auch knapp geworden. ;)) Jedenfalls habe ich stückeln müssen und vor lauter Drehen und Wenden, die rechte mit der linken Seite verwechselt.

(Auch wenn man nicht richtig hinschaut, die Stückellinie sieht man. ;))

Da der Stoff superdünn war, habe ich den gesamten Stoff mit NevaViscon gedoppelt. Auch die Volants. Blöderweise fiel mir am Ende ein, dass ich die Volants wunderbar mit dem NevaViscon hätte verstürzen können. Wäre toll geworden. Ich Dussel, habe das aber vergessen und Säume genäht. Na ja!



















Bei der Innenverarbeitung bin ich stark ins Grübeln gekommen. Ich habe viel mit der Hand genäht und einigen Murks verzapft.

Anfangs war ich mit der Asymmetrie des Rockes total unglücklich. Ich dachte, dass dies auf meine fehlerhafte Verarbeitung zurückzuführen war. Aber nachdem ich diese Art von Röcken als Kaufexemplare - mit genau diesem Designelement - gesehen habe, bin ich einigermaßen ausgesöhnt.


Fazit:
Der Fall des Rockes ist einmalig. Auch das Tragegefühl ist sehr angenehm. Ich fühle mich äußerst feminin in diesem Rock.

So, jetzt werde ich meinen Beitrag in die große Gemeinschaft des MMM einbringen. Im Mai führt Sybille durchs Programm. Ihre Hose gemeinsam mit dem Papercut-Wickeldings gefällt mir gut. Auch die hellen Farben gefallen mir an Sybille.

Nun sage ich bis zum kommenden Monat Juni (Hoffentlich klappt das bei mir!)

bis bald

Martina

Nachspann:
Jacke - MaxLau
Rock - MaxLau
Shirt - Replay
Schuhe - schwarze hohe Wildledersandalen
Fotos - zur Abwechslung mal der Gatte



Tja, schreiben wir mal dazu, dass es sich bei den LINKS eventuell um Werbung handeln könnte. Ich wähle bewusst den Konjunktiv - weil ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich Werbung ist, denn ich bekomme dafür nix und will auch nix dafür haben. Es dient einzig und allein der Information!


Mittwoch, 7. März 2018

MMM 7. März 2018 - Frühlingsinspirationen

Ich muss gestehen, das Wetter in den vergangenen Wochen war so ganz meins. Ich liebe diese Kälte bei Sonnenschein. (OK, ich konnte dies wunderbar hinter der Scheibe - im kuschelig warmen Büro - genießen. Ich musste nicht "raus", sondern konnte es mir gezielt aussuchen, wann ich "raus" wollte.) Das einzig blöde an diesem sehr kalten Wetter war, dass ich völlig auf Kleider verzichtete. (Standardausstattung: Unterhemd(!), Fleecepulli, Jeans, Skisocken und UGG-Boots.)


Am vergangenen Wochenende hatte meine Mama Geburtstag und da konnte ich endlich mein Lieblingskleid wieder einmal anziehen. Ja, ich habe tatsächlich ein Lieblingskleid.


Als ich den Schnitt in der Burda sah, fand ich ihn bereits ganz nett. In Würzburg bei der anNÄHerung Süd konnte ich das fertige Kleid an der unvergleichlichen Overluck (Ich bin ein großer Fan von ihrem Selbstgenähten!) sehen und es auch anprobieren. Danach war die Entscheidung gefallen: Ich brauchte auch ein solches Kleid. Selbst ihr gewählter Miezekatzen-Stoff war vorhanden, aber das war mir dann doch zu "geklaut" und ich entschied mich für einen Viskosecrepe.
Eine weiteres wunderschönes Rüschen-Kleid entdeckte ich gestern Morgen bei yvonet. (Yvonet gehört ebenfalls zu meinen Inspirationsquellen für ausgefallene und tragbare Kleidung!) Aber auch auf der russischen Burda-Seite fand ich einige Kleider, die nach diesem Schnitt gefertigt wurden.

Schnitt:
Burda Style 09/2017 Modell 110

Größe:
Der Schnitt ist ein Langrößenschnitt. Ich habe die entsprechende Größe 42 gewählt.

Stoff:
100 % Viskosetwill 10,00 €/m vom "Stoffhaus am Kö"



Änderung/Verarbeitung:
Eigentlich hat mir ja die Version von Overluck gepasst. Sie hat den Schnitt ohne Änderungen verarbeitet. Uneigentlich ist es für mich unmöglich, einen Schnitt ohne Änderungen zu nähen. (Das ist eine Kopfsache - komme nicht dagegen an. ;)) Also habe ich geändert. Den Rücken und die einzelnen Rockstufen gekürzt. Die Länge im Vorderteil habe ich so gelassen, da ich durch meine Oberweite sowieso mehr Länge benötige.
Bei der Verarbeitung der Schluppe habe ich mir einen abgebrochen. Es gibt einen einfachen Weg, ja, und es gibt meinen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, ein farbiges Band in die Schluppe einzuarbeiten. Das hat dann auch geklappt und gefällt mir gut.

Fazit:
Lieblingskleid - LIEBLINGSKLEID - lieblingskleid
Hey, soviel Euphorie bringe ich selten auf das Papier, wenn es sich um meine selbstgenähten Dinge handelt. Aber ich mag es. (Gut, man könnte einige Nähte und das Schluppenband sauberer und besser verarbeiten, aber ich will mal zufrieden sein. ;))




















(Fotos, die die Welt nicht braucht, aber mir ganz viel bedeuten. Laura befahl ihrem Papa, mich zum Lachen zu bringen. "Mama, guckt immer so streng und reißt die Augen auf. Das ist nicht normal. Papa tu was!" Original-Ton Laura.)

Ich freue mich, dass ich meinen Beitrag beim MMM verlinken darf. Da der MMM nur noch einmal im Monat stattfindet, habe sogar ich die Chance, mit etwas Neuem daran teilzunehmen.

Bis bald

Martina

 
Kurzer Einschub: Schaut Euch doch mal die Verpackung an. Ist diese Verpackung nicht ein Traum für jeden Hobbyschneider??? Das Paket wurde von Inges Nähakademie versandt.


Nachspann:
Kleid - MaxLau
Schuhe - Overknees - sehr alte Overknees (Aber es kommt ja alles wieder!)
Fotos - Miss Laura

 

Samstag, 30. Dezember 2017

Weihnachtskleid-Sew-Along 2017

Kennt Ihr den Film „Polarexpress“? Am Schluss des Filmes hören die Kinder – im Gegensatz zu den Erwachsenen – das Weihnachtsglöckchen klingen. Ein jeder, der an den Weihnachtsmann glaubt, kann das Glöckchen hören. Ich habe das Glockengeläut immer erahnen können – nur dieses Jahr war Stille. Weihnachten ist gekommen und gegangen als wären es normale Tage gewesen. Das war für mich eine gruslige Erfahrung. Ich stehe immer noch unter Schock, denn ich liebe Weihnachten!


Eine schöne Tradition ist der alljährlich stattfindende Weihnachtsball am 1. Feiertag. Zwei Wochen vor dem Event überraschte mich mein Mann mit Eintrittskarten. Die Karten waren bereits seit Tagen ausverkauft, aber er konnte noch zwei Stück besorgen.
Karten da – nix zum Anziehen = große Katastrophe! (Vom Zeitplan mal ganz abgesehen.)


Natürlich habe ich es geschafft, das Kleid zeitnah fertigzustellen. *hüstel* Sehr zeitnah – fest zeitgleich mit dem Beginn des Balles!
Schnitt / Größe / Anpassung:
- Burda Moden 1998


- Auf den Schnittteilen stand 42. Das will ich dann mal glauben.

- Wer mich kennt, weiß, dass ich  e i g e n t l i c h  niemals nie einen Schnitt 2x nähe. Es sei denn….Ja, es sei denn, ich liebe einen Schnitt, habe seit Jahrzehnten den passenden Stoff für dieses Projekt im hauseigenen Lager liegen und habe keine Zeit zum Suchen und Anpassen eines neuen Schnittes. Also – schwupps – das noch vorhandene Kleid übergestülpt (Der Schnitt ist von 1998, da hat die Schwerkraft bzw. das ein oder andere Stück Pralinchen den Körper rubenesque umgeformt!) und die Änderungen am Schnitt vermerkt bzw. anstatt 1,5 cm Nahtzugabe 2 cm gewählt und an den exponierten Stellen nur mit 1 cm Naht gearbeitet. 
 

Stoff:
- Ein dunkellila schwerer Baumwollsatin mit Elasthan. Im Grunde war es Stoff für eine Jacke. (Da das Kleid nach etwas Stand verlangt, war der Stoff dafür geeignet.)

Verarbeitung:
Ich könnte jetzt eine Tabelle mit der Wunschverarbeitung in der einen und die tatsächliche Verarbeitung in der nächsten Spalte schreiben. Denn hier klafften Wunsch und Realität stark auseinander. Das hatte allerdings auch viel mit dem Stoff zu tun.
Geplant war ein Honkong-Finish an den Nahtkanten. Mir war von Anfang an klar, dass mein Stoff für die „französische“ Nahtverarbeitung zu dick ist. Aber auch mit dem Honkong-Finish scheiterte ich. Nur der Reißverschluss und die hintere Naht wurden mit Schrägband eingepackt. Der Rest wurde mit der Overlock abgekurbelt. (Oh, wie ich dies verabscheue! Ich mag das nicht sonderlich. Aber es war diesmal dem Stoff geschuldet. Also gut, aus, Schwamm drüber! Ähm – Außerdem macht es keinen Spaß, diese irrsinnig langen Stoffbahnen mit Schrägband zu versäubern.)


Des Weiteren habe ich die Armausschnitte, den Ausschnitt und den Saum mit Schrägband eingefasst. Natürlich wollte ich die Armausschnitte, den Ausschnitt und den Saum mit Handstichen befestigen, aber….Ja, wieder aber. Der Stoff war echt fies, wenn es um die Verarbeitung ging. Jeder Stich war sichtbar. Also auch meine Handstiche. Daher habe ich mich kurzerhand für die maschinelle und „sichtbare“ Verarbeitung entschieden. (Ok – 5 m Saum per Hand und unter Zeitnot umzustechen, wäre auch sehr sportlich gewesen. Aber der „gute“ Gedanke zählt doch oder etwa nicht?!?)
Bei der ersten Anprobe habe ich erstaunlicherweise festgestellt, dass ich den Schnitt 1 zu 1 hätte übernehmen können. HÄH! Wie das? Gut, mein übergestülptes Kleid hatte ich zwar zubekommen, aber ich sah eher nach Presswurst als Galaschnitte aus. Ging gar nicht! Und nun, nun musste ich die Säume aller enger nähen. OK, es gibt durchaus Schlimmeres, aber verstanden habe ich es nicht!

Fazit:
Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann, aber ich glaube an das Gefühl Weihnachten. Ich bin keine Prinzessin, spiele aber einen Abend lang gerne diese Rolle. Mein Kleid hat dieses Gefühl unterstützt. Ich habe mich gut königlich gefühlt und es nicht bereut, den Schnitt ein zweites Mal zu benutzen.


Ich freue mich, mich mit meinem Kleid in die Riege der gutangezogenen „Weihnachtsfrauen“ einreihen zu können. Danke, liebes MMM-Team für diese Aktion.

Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes neues Jahr 2018 und verbleibe

bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid – MaxLau
Strümpfe – Ein „netziges“ No-Name-Produkt
Schuhe – Tamaris
Fotos – Kooperation zwischen Laura und Selbstauslöser

Mittwoch, 20. Dezember 2017

You're The First, The Last, My Everything - MMM 20. Dezember 2017

Frei nach dem Musik-Klassiker von Barry White "You're The First, The Last, My Everything" möchte ich am letzen MMM des Jahres 2017 teilnehmen. OK, vielleicht ein klein wenig pathetisch, aber - im Grund - doch, JA! Für mich als Hobbyschneiderin ist der MMM eine der wichtigsten Inspirationsquellen für das Nähen und dafür möchte ich "Danke" sagen.
Nicht nur dem emsigen MMM-Team möchte ich danken, sondern auch all den Frauen, die ich mittwochs in ihren tollen Outfits bewundern darf. Ich schaffe es leider nicht, gebührend zu kommentieren. Ihr hättet es jedenfalls alle verdient!


Nun zu meinem Outfit. Am besten fange ich gleich einmal mit "eigentlich" an. Denn eigentlich ist grau so gar nicht meins. Aber uneigentlich ist dieser strenge klassische Nadelstreifenstoff gepaart mit dem rüschigen Kleid so ganz meins. So, und nun??? Ja, dann habe ich es einfach einmal probiert. Ich habe die Komfortzone verlassen und mich auf etwas Neues eingelassen. Und was soll ich sagen: Ich bin eigentlich ganz zufrieden.


Schnitt:
Burda Style 06/2017 Modell 116
Gleich beim ersten Durchblättern der Burda 06/2017 fand ich diesen Schnitt ausgesprochen nett. Aber nicht nur ich alleine. Viele Hobbyschneiderinnen haben diesen Schnitt bereits verwendet.

Größe:
42



Stoff:

Ja, der Stoff!!! Der Stoff ist alt. So ziemlich genau über 20 Jahre. 25,00 Deutsche Mark haben damals die 2 Meter gekostet. Er ist aus Metzingen vom Hugo-Boss-Stoffverkauf. (Gibt es den eigentlich noch?)  Der Stoff ist ganz besonders. Er ist aus 100 % Schurwolle. Warum das besonders ist??? Damals - im Gegensatz zu heute - gab es kaum Elasthan in den Stoffen. (Das kam erst ein bisserl später.) Elasthan befreit, sprengt die Enge des Gewebes und hüllt dich doch gleichzeitig ein. Mein Stoff gleicht eher einer Rüstung. Einer zarten Rüstung! Er hüllt mich auch ein. Doch an manchen Stellen engt er mich fürchterlich ein! ;))

Änderung/Verarbeitung:
Ich habe einen Brustabnäher hinzugefügt und den Rücken gekürzt. Das war es auch schon!
Die Webekante des Stoffes habe ich ganz unorthodox als Saum missbraucht. Mir gefiel dieses Rot auf diesem grauen Stoff einfach viel zu gut, sodass ich auf einen klassischen 4 cm-Saum verzichtet habe.


Des Weiteren habe ich die Abschlussrüsche am Ärmel weggelassen. (Ich kenne mich doch: Diese Rüsche hätte mit Soßen oder Stempelkissenfarbe stets Kontakt gesucht.) Außerdem habe ich auf ein Futter verzichtet.

Fazit:
Ich bereue nichts! Ich bereue nicht, dass ich dieses graue Kleid ohne Saum und Futter genäht habe. Ich habe es auch schon ein paar Mal getragen, aber es wird niemals mein "favorite"-Kleid werden. (Dazu stört mich das Grau doch zu sehr.) Wenn ich schneller nähen würde, dann hätte ich diesen Schnitt auf jeden Fall noch einmal in einem anderen Stoff genäht. Denn den Schnitt finde ich hervorragend.

So, und nun möchte ich -während meiner Arbeitszeit *hüstel*- schauen, was sich sonst noch auf dem MMM-Laufsteg tummelt.

Ich wünsche allen Lesern eine besinnliche und friedvolle Weihnacht sowie ein gutes neues Jahr 2018. Heute Abend möchte ich an meinem Weihnachtskleid weiterarbeiten. Kurz entschlossen habe ich noch ein Kleid genäht. (Mein Mann hat mich nämlich mit Karten für den alljährlichen Weihnachtsball überrascht und dabei habe ich überraschend festgestellt, dass ich ja gar nichts zum Anziehen habe. ;)) Außerdem gehört der Weihnachtskleid-Sew-Along zum Pflichtprogramm einer jeden Hobbyschneiderin. (Ja, ja, jetzt kann ich große Töne spucken...)

Bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Schuhe - Ziemlich hoch, aber recht bequem. (Der Hersteller - keine Ahnung!)
Tape - Praxisteam "Reha-Vit"
Fotos - The First, The Last, My Everything: Meine Tochter Laura