Montag, 9. September 2019

Wieso blogge ich eigentlich?

Wieso blogge ich eigentlich bzw. wieso blogge ich eigentlich nicht mehr? Diese Frage habe ich mir Anfang der Woche gestellt, nachdem ich auf dem Blog Langsame Schildkröte einen Monatsrückblick gelesen habe. Plötzlich wurde mir klar, dass ich - anfangs - das Bloggen als persönliches Tagebuch genutzt habe. Ok, mehr als Nähtagebuch. Ich fing bei den Hobbyschneidern mit dem Bloggen an. Ich wollte nicht nur von dem Wissen und den Inspirationen von anderen providieren, sondern auch meinen kleinen Beitrag zur Nähcommunity liefern. Nach einiger Zeit bin ich dann in die "richtige Bloggerszene" eingestiegen. Das war auch total cool. Die Möglichkeiten des gemeinsamen Nähens - weit über meine Ortsgrenzen hinaus - oder die übersprudelnde Kreativität der Hobbyschneiderinnen sind/waren einfach nur gigantisch. Ganz angetan bin/war ich von den daraus entstandenen realen Treffen mit den Hobbyschneiderinnen - ein Traum! (Auf diesen Traum möchte ich auch nicht mehr verzichten und freue mich unsagbar auf die anNÄHerung Süd. Ich zähle schon die Tage! Apropos: Gibt es im nächsten Jahr die anNÄHerung 2020 in Bielefeld?)

Ja, und dann kam Instagram. Super! Gerade für mich Nichtgerneschreiber. Schnell ein Bild geschossen und ab in das Netz - jippieheije! Die Likes folgenden prompt. Bloggen war altbacken und uncool- Instagram war hip! Allerdings merkte ich, dass die schöne heile Glamour-Welt bei Instagram ganz schön trügerisch ist. Die - mal eben schnell - geschossenen Fotos wurden bearbeitet was das App-Repertoire hergibt. Aber das will und wollte ich nicht! Das ist nicht mein Ding! So komisch es sich auch anhört, ich bin sehr zufrieden mit meinem Alter und meinen Leben. Warum sollte ich das Retuschieren?

Des Weiteren fühlte ich mich durch Instagram und seine Likes gestresst. Ich bin nicht so der Vielnäher - ich bin eher der Genuss-Näher. (Mich befriedigt der Prozess des Entstehens - das allmähliche stetige Wachsen!) Darum habe ich auch einen relativen niedrigen Output und desterwegen wenig Instagram-Beiträge. Im Grunde vollkommen okay, aber...
- Man könnte ja schnell ein Bild machen
- Man könnte ja schnell einen Text schreiben
- Man könnte ja schnell die Hastags heraussuchen
- Man müsste diesen tollen Sonnenuntergang posten
- Man müsste dieses tolle Outfit dokumentieren (aber erst einmal bügeln)
- Und für dieses eine Bild bekommst du mindestens 1.000.000 Likes!
Das stresst mich! Und ich wollte niemals bloggen oder instagrammen, um mich zusätzlich noch zu stessen. Dafür habe ich mein reales Leben!

Jetzt komme ich auf meine Anfangsfrage zurück: Warum blogge ich? Ich möchte wieder etwas an die Nähcommunity zurückgeben - klar, aber ich möchte vor allem mir etwas zurückgeben! Gedanken, Ideen, Erinnerungen. Das wurde mir sehr eindringlich bewusst, als ich den Monatsrückblick von Langsame Schildkröte gelesen habe. Ja, das möchte ich. Das ist eine schöne Vorstellung.

Monatsrückblick August 2019

The Real Life
Anfang August weilten Laura, Hartmut und ich auf Kreta im Creta Maris Beach-Hotel. Es war faulenzen par exellence angesagt. NICHTSTUN - aber das ausgiebig!




Ende August stand für Hartmut und mich sowie zwei Freunden ein Kurztrip nach Südtirol an. Konstanz, Innsbruck, Meran, Bozen und 3 Tage Bardolino am Gardasee.

 Konstanz - Abendstimmung Allensbach

 Timmelsjoch

 
 Sella Ronda - Sellajoch







 
Bardolino - Hotel Alla Riviera



Dazwischen musste ich meinem Bürokram erledigen.
Das größte Highlight im August war die Einweihung unserer Dachterrasse.



Nähwelt
Eine Bluse habe ich geschafft und zwar das Cuff Top von The Assemblyline aus einem Tencel. Beides habe ich im Online-Shop von Juni-Design gekauft.


Seit Wochen werkele ich an einem Hemdblusenkleid. Allerdings ist das nur ein Nebenschauplatz. Meine derzeitige Nähwelt besteht aus Westen - WESTEN- westen - WeStEn- westeN - wesTen. 30 Stück!

Nählektüre:




Dior Catwalk: The Complete Collections
Chanel Catwalk: The Complete Karl Lagerfeld Collections

Gehört
Die drei ???: Feuriges Auge (Folge 200)

Gelesen
Madame le Commissaire und der tote Liebhaber - Pierre Martin
Jubilate! - Johanna Alba
Guglhupf-Geschwader - Rita Falk

Gesehen
König der Löwen im Original mit griechischen Untertitel - im Open-Air-Kino des Creta-Maris-Beach-Hotels

Gekauft
Schuhe - werfen wir das Mäntelchen des Schweigens über diesen Kauf



Und ein paar Stöffchen sind in den Einkaufskorb gewandert - welch Wunder!?!

(Schuh- und Stoff-Käufe fallen unter Lustkauf - völlig unnötig, aber so schööööön!)

Ich freue mich auf:
Ich freue mich auf den Altweibersommer! Noch einmal mit Freunden draußen sitzen und Eis schlemmen.

LG Martina

PS: Danken möchte ich Sabine, dass sie mir "das Bloggen" zurückgegeben hat!



Mittwoch, 7. November 2018

MMM 7. November 2018 - Kleidchen für das Kindchen

Es kommt ganz ganz selten vor, dass ich für jemanden anderen nähe. Noch nicht einmal die Familie wird beständig benäht. Doch hier und heute möchte ich euch eine Ausnahme vorstellen.


Meine Tochter Laura ist ein Mädchen - ein richtiges Mädchen. Ist ja auch kein Wunder, denn ich lebe ihr das gerne vor. Ich mag frau sein. Ich mag die Möglichkeit, sich nicht zwischen Mode, Schönheit, Kultur, Toleranz, Bildung, Emanzipation, Mütterlichkeit, Feminismus etc. entscheiden zu müssen, sondern alles zu genießen und auszuleben.

Während des Sommers probierte Laura das Hemdblusenkleid DORI von Ralph Lauren an. Die Form gefiel meiner Tochter sehr gut, aber es war rosa. Es gibt ja nun mal wirklich nichts Schlechtes über Rosa zu sagen, aber das Rosa war zu rosa. "Mama, an der Arbeit denken die, ein Baby spaziert ins Büro!".























Des Weiteren hatten wir ein klitzekleines Passformproblemchen. Laura hat Kurven. Bewundernswerte Kurven. (Musste ich aber erst lernen und akzeptieren.) Prinzipiell sind Laura alle Blusen und Kleider über den Busen zu eng. Und wenn sie über dem Busen passen, sitzen die Schultern in Höhe der Ellenbogen. Natürlich habe ich gedacht, alles kein Problem. Hahaha!


Schnitt:
Das Kleid besteht aus zwei Schnitten - jeweils von Burda.
Das Oberteil: Burda Einzelschnitt 7136
Der Rock: Burda Einzelschnitt 6452

Größe:
36. Hätte ich gleich mit der Größe 34 gearbeitet, hätte ich mir so manche Änderung ersparen können.

Stoff:
Ein richtig cooler Streifenstoff. Die Verarbeitung war ein Traum. Markierungen blieben sichtbar, der Stoff verzog sich nicht beim Zuschneiden, Falten wurden weggebügelt, das Vernähen war ein Vergnügen, der Fall akzeptabel.
96 % Baumwolle, 4 % Elasthan - 8,99 €/m vom Stoffhaus am Kö























Verarbeitung: 
Mit dem Stoff zu arbeiten, hat Spaß gemacht. Natürlich habe ich mir die Arbeit erschwert, in dem ich penibel auf den Streifenverlauf geachtet habe. Ja, man kann auch schmale Streifen zählen! Ich weiß auch, dass das albern ist, aber ich kann nicht aus meiner Haut und würde diese Disharmonie irgendwann wieder auftrennen und neu zusammennähen.
Ok - zurück zur Verarbeitung. Als erstes haben wir ein Probeteilchen angefertigt, um die Passform zu checken. Nachdem dies mehr oder weniger geglückt war, haben wir uns an das Kleid gewagt. Grob zugeschnitten und zusammengeheftet und blöd geguckt. Warum hat das Probeteil gesessen und dies hier so ganz und gar nicht? Grübel-grübel-grübel! Schlussendlich habe ich am lebenden Modell das Oberteil in Form gesteckt. Der daraus resultierende Taillenabnäher hat mich regelrecht fasziniert. So hätte ich niemals einen Abnäher vernäht, aber das Trageergebnis hat mich völlig überzeugt. Übrigens habe ich die Taillenweite auf zwei Abnäher pro Seite verteilt. Ein Abnäher hätte die Fülle des Stoffes nicht aufnehmen können. Der Differenz zwischen Taille und Oberweite beträgt ungefähr 30 Zentimeter.
Nachdem das Oberteil passte, war der Rest schnell erledigt. Schnell = 1 1/2 Monate. (Kurz eine Info in eigener Sache: Der Stand meines Anzuges von der anNÄHerung Süd = Hose und Jacke sind jetzt fast fertig. Vielleicht schaffe ich es bis Hamburg! Das zum Thema "schnell nähen".)


Fazit:
Das Wetter ist zwar superschön, aber nicht für diese Art von Kleidern. Das Kleid schreit nach Sonne, Meer und Möwen. Es ist ein Sommerteilchen. Laura hat es mir zu liebe angezogen und sich fotografieren lassen. Dass sie nun ein Kleid besitzt, was ihr richtig passt, gefällt ihr gut. Deshalb haben wir auch schon Stoff für ein weiteres Kleidchen eingekauft.


So, nun werde ich schauen, was es Neues bei den MMM-Hobbyschneiderinnen gibt. Es ist der erste Mittwoch im Monat und da zeigen begeisterte Hobbyschneiderinnen, was sie zusammengestichelt haben. Immer wieder eine riesige Inspirationsquelle.

Ich sage nun Tschüss und bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Stiefel - keine Ahnung
Mantel - keine Ahnung
Tasche - keine Ahnung, aber halt: HALLO, das ist ja meine!
Katzentier - Eumel
Fotograf - weiß ich, nämlich  ich

Mittwoch, 3. Oktober 2018

MMM 3. Oktober 2018 - Und es war Sommer

Am vergangenen Wochenende hatte ich die große Freude, die letzten Sommer-Sonnenstunden in Würzburg auf der anNÄHerung Süd zu verbringen. Noch einmal ein großes Dankeschön an Alexandra für die Organisation.

An diesem Wochenende trug ich mein Leo-Stufenkleidchen und dieses Kleidchen möchte ich heute beim MeMadeMittwoch vorstellen:




Schnitt:
Das Oberteil basiert auf dem Modell/Burdastyle 110b 09/2017. Der Rest besteht aus Unmengen an Stoff. ;)

Größe:
42


Stoff:
Es ist ein böser Stoff, denn er besteht aus 100 % Polyester. Ich habe diesen Stoff wegen seines Falls gekauft (und weil er nicht so teuer war). Für das Modell benötigte ich 4 satte Meter.




Stoff aus dem Stoffhaus am Kö - Preis 5,00 €/m

Verarbeitung:
(Ich kann auch schnell! Das ist ein "Insider" und der Ein oder Andere von der anNÄHerung Süd wird jetzt bestimmt grinsen.)

Da ich auf der anNÄHerung tatsächlich auf dieses Kleid angesprochen wurde (Was mich natürlich total gefreut hat!), möchte ich ganz kurz auf die Stufenverarbeitung eingehen. Bei der Berechnung und dem Zuschneiden/Zerreißen des Stoffes hat mir meine Nählehrerin Monika Landau vom Stoffhaus am Kö geholfen. Ich die Idee - sie die Arbeit! ;))


Soderle:
Mein Oberteil hat einen unteren Umfang/Weite von 1,10 m. Die 1. Stufe ist doppelt so weit - also 2,20 m und hat eine Höhe von 16 cm. Die 2. Stufe ist doppelt so weit wie die Erste - also 4,40 m und ist 17 cm hoch. Die 3. und letzte Stufe ist doppelt so weit wie die Zweite - also 8,80 m und 18 cm hoch. Total simpel! Allerdings habe ich 8,80 m nicht ganz erreicht. Wahrscheinlich sind es nur 8 Meter und 20 Zentimeter. Aber mein Stoff war ALLE!
Die Höhenangaben muss man individuell berechnen.

Das Oberteil habe ich mit französischen Nähten verarbeitet. Den Rock habe ich geoverlockt, nachdem ich gefühlte 1.000 Meter Stoff eingekräuselt hatte.



Fazit:
Ich  L I E B E  mein Kleid. Jeder Hobbyschneider wird mich verstehen: Du hast eine Idee, hast einen passenden Stoff und dann wächst in deinen Händen ein Kleid - genau so wie du es dir gewünscht hast.  Da ist man schon sehr nah dran an der Glückseligkeit.
Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht doch etwas zu mäkeln hätte. Hätte ich gewusst, dass mein Kleid so wird wie es wird, hätte ich bestimmt einen anderen Stoff gewählt. Hätte - hätte - hätte. ;))


Nun reihe ich mich in die Riege der gutgekleideten Hobbyschneiderinnen beim MMM ein. Ich freue mich immer sehr auf diesen Termin. Auch wenn ich es selber nicht schaffe, etwas Neues zu präsentieren, schaue ich mir gerne die Kleidung an und lasse mich inspirieren. Vielen Dank an das MMM-Team.

So, dann sage ich Tschüss bis zum nächsten Mal

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Schuhe - meine allerliebsten schwarzen Wildleder-Overknees
Unterwäsche - ein bisschen von Spanx und Triumph
Bilder - mein Augenstern Laura


Mittwoch, 1. August 2018

MMM 1. August 2018 - Und es ist Sommer


Ja, es ist Sommer in Deutschland. Und was für einer! 
Da man sich darauf aber nicht verlassen kann, bin ich im Juli mit meinem Mann und Tochter Laura nach Griechenland in den wohlverdienten Familienurlaub geflogen. Da hatten wir dann genügend Muse, um eins zwei drei Bilderchen zu „schießen“, die ich hier nun zeigen möchte.😎

An unserem vorletzten Abend habe ich mein „neues“ Maxikleid angezogen. In diesem Kleid fühlt sich auch die Coolste und Härteste (fast) wie eine Prinzessin. Es ist unbeschreiblich, welche Wirkung der Seidenstoff auf den Träger ausübt. Dieser Stoff umschmeichelt und streichelt seinen Träger bei jeder Bewegung. Laufen wird zum sinnlichen Vergnügen. Und wenn dann noch ein leichtes Lüftchen das Kleid zum Spielen verführt, ist man der Glückseligkeit sehr, sehr nahe.

Ihr seht, mich hat das Kleid verzaubert. OK – es ist nicht wirklich alltagstauglich, aber bei diesen tollen lauwarmen Abenden eine willkommene Abwechslung zum grauen Allerlei. Den letzten Auftritt hatte mein Kleid am vergangenen Samstag. In unserer Stadt fand das alljährliche Weinfest statt. Und diesmal hatte man das Gefühl, im Urlaub in Griechenland zu sein.


Schnitt: 

Größe: 
42
Stoff:
Oberstoff – 96 % Seide, 4 % Elasthan von Etsy
Futter – beim Oberteil Seidenstretch und beim Rock 100 % Viskose – beides vom Stoffhaus am KÖ

Verarbeitung: 
Der Spaß begann bereits beim Auflegen der Schnittteile. Den Stoff konnte man nur in 50 cm-Schritten ordern. (50 cm sind beim Mount Everest nicht viel – aber bei meinem Projekt – uiuiui). Deshalb habe ich aus den Rockbahnen Weite herausgenommen, damit ich alle Teile unterbringen konnte. Des Weiteren habe ich Teile im geraden anstatt schrägen Fadenlauf zugeschnitten. (Natürlich nur die, wo ich keinen Nachteil befürchtete.)

 


Das Nähen an sich ging recht einfach. Nur beim Füttern des Oberteils musste ich überlegen, wie ich das verstürzt bekomme. Schlussendlich habe ich in dem Bereich viel mit der Hand nähen müssen. (Finde ich aber nicht so schlimm!) Mit Hilfe der Tochter Laura habe ich dann den Reißverschluss angepasst bekommen. (Irgendwie bin ich da auch nicht passformkompatibel zu Burda!)



Fazit:
Ich habe es ja bereits im Vorwort gesagt: Selbst die Coolste mutiert zum Prinzesschen. 😉
Ich mag mein Kleid – auch wenn es wenig Gelegenheiten gibt, es auszuführen. Aber diese Gelegenheiten sind ganz besonders. Ich würde es wahnsinnig gerne in Hamburg beim Nähtreffen im November tragen, denn dies wäre ein ganz besonderer Anlass. 😉

Nähtreffen in Hamburg? Ja, Küstensocke und Die fesche Lola stellen heute ihr Programm (vom allerfeinsten) beim monatlichen MMM vor. Außerdem führen sie stilsicher durch die heutige Runde.


Ich sage tschüss


bis bald (und drücke mir ganz fest die Daumen für einen Platz beim Nähtreffen)

Martina

Nachspann:
Kleid – MaxLau
Fotos – Kooperation zwischen Mann und Kind
Schuhe, Schmuck, Accessoires sind nicht der Rede wert, denn da wird getragen, was in den Koffer passt. Große Auswahl ist da nicht zu erwarten.


Mittwoch, 6. Juni 2018

MMM 5. Juni 2018 - Ich habe einen Riesen-Vogel

Kennt Ihr das? Ihr seht einen Stoff und seid verliebt. SCHOCKVERLIEBT! Obwohl - nein, gerade weil der Stoff alles andere als unscheinbar ist.


Erst einmal die Farben. Ich liebe rot, ich liebe grün und ich liebe beige in allen seinen Variationen. Mein Stoff ist beige, grün, rot - also perfekt! Auch das Material lässt mein Schneiderherz höher schlagen. Ein Seiden-Mix-Gewebe.
Gesehen (und natürlich auch gekauft) habe ich den Stoff bei Autfizz in Rosenheim. Einen Panneaux hatte ich geordert und danach festgestellt, dass ich damit nicht so weit komme. Also wurde der zweite Panneaux in Hamburg bei Stoffe-Mahler mitgenommen. Jetzt hatte ich genug Stoff für meinen geplanten Rock. Im April erhielt ich eine Einladung zum Stoffekaufen in Kassel. Die Ladenbesitzerin ist eine Liebhaberin von außergewöhnlichen Stoffen und ihr könnt euch bestimmt vorstellen, welchen Stoff ich vorfand. Allerdings in neuer Haptik. Dieser Stoff ist sehr weichfallend. Ja, nun stand ich vor einer großen Entscheidung. Sollte ich wirklich den gleichen Panneaux ein drittes Mal kaufen? Bin ich wirklich so unvernünftig? Bin ich wirklich so verführbar? Na ja, die Antwort kennt Ihr ja bereits. Ich wollte diesen Stoff unbedingt und habe jetzt drei Riesen-Vögel!!!


Schnitt:
Burda-Style 07/2014 Modell 116
Dieser Schnitt ist ausprobiert. Ich habe daraus mein Mauskleid genäht. Manche Kleider benötigen einfache schlichte Schnitte, damit das eigentliche Muster voll und ganz zur Geltung kommen kann.

Größe:
42

Stoff:
96 % Seide, 4 % Elasthan von einer Stoffliebhaberin in Kassel-Lohfelden. Zum Preis sage ich mal lieber nichts, sonst denkt ihr noch ich hätte einen Vogel!


Änderung/Verarbeitung:
Da denkst du dir, wenn der Schnitt schon einmal genäht worden ist, gibt es keine Probleme. Aber irgendwann merkst du dann, dass das leider so nicht stimmt. Jeder Stoff reagiert und fällt anders. Blöd nur, wenn schon viele Nähte genäht worden sind und man zum Trenner greifen muss. Noch blöder, wenn der Stoff das Trennen nicht mag und kleine Löcher sichtbar bleiben.
Bei dem Kleid entschied ich mich für "Französische Nähte". Erstens - damit die Nähte besser gesichert sind und zweitens - finde ich die Verarbeitung "sauberer". Beim Halsausschnitt entschied ich mich gegen einen Beleg und arbeitete mit Schrägstreifen. Im Nachhinein eine gute Entscheidung. Die Säume von Ärmel und Kleid wurden mit einem Baby-Hem gesichert.


Vom Arbeitsaufwand eher ein schnelles Kleid, aber.... Ich wollte schon, dass die verschiedenen Farbflächen vorne und hinten auf gleicher Höhe sind. Also musste ich an den entscheidenden Stellen heften, damit alles da blieb, wo ich es haben wollte! Deshalb habe ich auch auf die hintere Mittelnaht verzichtet. (Das trägt allerdings nicht zur besseren Passform bei!) Die Schulterpartie hat mir viel Kummer bereitet und ich bin mit ihr nicht 100 %ig zufrieden. Nein, ich werde jetzt nicht motzen - alles gut!

















 

Bei diesem Kleid habe ich auf das Füttern verzichtet. Ich wollte die Leichtigkeit des Stoffes nicht verlieren. Natürlich trage ich unter dem Kleid ein Unterhemd, damit der Oberstoff besser gleiten kann und nicht am Körper kleben bleibt.


Fazit:
Ich mag es! Es ist schlicht und einfach - genau wie ich!


Jetzt freue ich mich auf eine Runde MMM, den heute Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte anführt. Einmal im Monat zeigen Hobbyschneiderinnen ihre Werke. Ich hoffe, dass noch ganz viele nähbesessene Frauen  dabei sind, denn die neue Datenschutzverordnung vermittelt momentan mehr Unsicherheit als Sicherheit.

Ich sage tschüss bis bald

Martina

Nachspann:
Kleid - MaxLau
Unterwäsche - Lady Avenue (Was für ein bescheuerter Name!)
Schuhe - Jil Sander
Fotos - Laura