Donnerstag, 12. Mai 2016

Was soll ich nur nähen???

In ungefähr zwei Stunden beginnt mein geliebter Nähkurs und ich weiß nicht, was ich nähen möchte. Pläne gibt es ungeheuer viele (von den dazugehörigen Stoffen mal abgesehen), aber irgend etwas fehlt mir/stört mich - ach, ich kann es nicht in Worte fassen.

Projekt Nr. 1
Einer lieben Freundin habe ich zum 50ten einen Gehrock versprochen.  Letzte Woche habe ich ihre Maße genommen, den Downloadschnitt ausgedruckt und zur Seite gelegt. Ich habe so Angst, dass ich alles falsch mache. Einerseits finde ich die Herausforderung spannend, andererseits die Angst, ihren Anforderungen nicht zu entsprechen.

Projekt Nr. 2
Bei meinen prada-inspirierten Kleid habe ich den Schnitt abgepaust. Da ich kein richtiges Schnittmuster habe, bin ich völlig unsicher, ob das alles zusammenpasst.

Projekt Nr. 3
Ich habe in der letzten Zeit zwei Mäntel genäht. Einer davon war ein Probemantel, denn den Original-Stoff wollte ich so ohne Probe nicht zuschneiden.

Diese drei Projekte stehen in der engeren Auswahl und alle drei bereiten mir Bauchgrimmen. Anstatt ich mich voll Tatendrang in die Projekte stürze, stürzen viele Fragen auf mich ein: "Willst du den teuren Original-Stoff wirklich für diesen Mantel zerschneiden? Vielleicht findest du einen viel besseren Schnitt!" oder "Möchtest du dir wirklich die Mühe machen, ein Kleid mit Spaghettiträgern anzufertigen? Denke doch mal an deine Winke-Winke-Oberarme und ohne BH geht/steht schon mal gar nichts!" oder oder oder.

Kennt ihr auch diese Zweifel?

Meistens beginne ich dann mit etwas völlig anderem. Ich glaube, Übersprungshandlung nennt man so etwas. Richtig Spaß habe ich dann aber auch nicht, denn die geplanten Projekte schwirren mir ständig im Hinterkopf umher.
Ach, ich sage euch, Probleme sind das. Wahre Luxusprobleme.


Ja, und weil ein Blogbeitrag ohne Bilder ein sterbenslangweiliger Beitrag ist, möchte ich euch ein paar Uraltbilder zeigen. Bei diesem Schnitt dreht es sich um meinen Lieblingsschnitt. Er ist aus einer easy-fashion ????
Da der Schnitt zu klein geworden war, habe ich ihn für diese Tunika entsprechend vergrößert. Wahrscheinlich habe ich mal wieder zuviel vergrößert. Die Tunika erscheint mir auf den Bildern viel zu groß. (Ist übrigens ein Markenzeichen von mir. Bei mir ist es meistens zu weit als zu eng.) Nachprüfen kann ich es leider nicht mehr, denn die Tunika existiert nicht mehr. Ich habe sie verschenkt. Ich kam mir fremd vor, obwohl ich dieses grün sehr mag.


(Sogar auf den Bildern komme ich mir fremd vor.)

Bis bald

Martina

PS: Jetzt habe ich zwar einen Blogbeitrag geschrieben, aber weiß immer noch nicht, was ich nähen möchte.

Samstag, 30. April 2016

UFO April 2016

Yvonet hatte den genialen Plan, vorhandene UFO's fertigzustellen. Zuerst dachte ich mir, dass ist ja gar nichts für dich. Denn ich - ich habe keine UFO's. Ich arbeite alles sofort -ohne Unterbrechung und ohne wenn und aber- ab. Ich bin total zielorientiert. DACHTE ICH. Ja, und dann kam unser Umzug. Und dabei fanden sich viele seltsam gefüllte Plasiktüten mit vielen seltsam zugeschnittenen Einzelteilen an. UUPS!


Im Zuge des Umzuges sind dann einige von den gefüllten Plastiktüten auf den Müll gewandert, aber einen Teil möchte ich im Zuge des UFOs-Vernichtungsplanes fertigstellen. Mein erstes UFO ist ein Ballon-Mantel mit Bubikragen und 3/4 langen Ärmeln.

Schnitt:
Burda-Style 7497


Größe:
42

Stoff:
Oberstoff - 100 % Wildseide vom "Stoffhaus am Kö". Den Preis weiß ich nicht mehr.
Futter - Ich tippe auf NevaViscon.

Änderungen:
Mit den Änderungen fing das Dilema an, dass ich den Mantel nicht fertiggestellt habe. Ich bin mir zwar nicht 100 % sicher, aber es war zu der Zeit, dass ich mich mit FBA und anderen Änderungen näher befasste. Ich begriff, dass mir ohne diese Änderungen, die Sachen nur halbwegs passten. Die Änderungen, die ich damals durchführte, kommen mir heute grob fahrlässig und schlichtweg falsch vor. Aber ich wusste und kannte es nicht anders.
Jedenfalls zog ich aus meiner Plastiktüte viele Einzelteile, die genau dem Schnittmuster entsprachen. GsD hatte ich mit 2,5 cm Nahtzugabe gearbeitet. Daher konnte ich wenigstens den Brustpunkt neu bzw. an die richtige Stelle setzen.


Nach der ersten Anprobe war klar, dass mit dem Ballonmantel wird  nichts. Das geht ja gar nicht. Ich sah wie ein großer grüner Flaschenkürbis aus. Aber so schnell wollte ich mich nicht geschlagen geben. Also verlängerte ich die oberen Rückenfalten bis hinunter zum Saum, um entsprechende Weite aus dem Mantel zu nehmen. Diese einzelnen Falten wurden fein säuberlich mit der Hand festgenäht. (Die Maschinenstiche sahen allesamt doof aus. Habe ich natürlich probiert - hätte ja auch klappen können.)

Verarbeitung:
Der Stoff ist eine Diva - eine äußerst nervige Diva - eine entsetzlich nervende Diva. Er franzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Meine glorreiche Idee, wenigstens den Saum mit der Overlock zu versäubern, scheiterte daran, dass der Saum samt Overlocknaht einfach wegfranzte. Platsch - da lag der abgekettelte Saum am Boden und den Rest des Mantels hielt ich in den Händen!?!


(Ich sage nur Momentaufnahme - kurz vor dem Bild war der Ärmel faltenfrei. 
Das letzte Bild soll veranschaulichen, dass gerade geschnittene Mäntel nicht so optimal für meine Figur sind. Da gibt es bessere Schnitte.)


Würdest du den Schnitt noch einmal nähen?
Nein! Obwohl...
Ich muss sagen, die obere Partie des Mantels gefällt mir gut - recht gut sogar. Aber der Balloneffekt - nein, das muss nicht sein!


Fazit:

Liebe Yvonne, vielen Dank für deine Aktion. Den Mantel hätte ich niemals nie fertiggestellt. Jetzt werde ich ihn im Juni zusammen mit meinem Prada-inspirierden Kleid zu einer Hochzeit tragen. Das hätte ich ohne deine "Idee" nicht hinbekommen.

Bis bald

Martina


Mittwoch, 27. April 2016

MMM 27.04.2016 - Ein Probeteilchen

Es ist ja nicht so, dass ich gar nicht nähe - aber es dauert halt und dann sind es auch nur Probeteile, die momentan entstehen. Aber auch hier ist mein Wunsch, dass die Probeteile irgendwie tragbar sind und daher nähe ich nicht aus Nessel, sondern wähle einen Stoff aus meinem Bestand.

(Großer Motzalarm: Diesmal sind meine Bilder entweder über- oder unterbelichtet. Keines zeigt den Stoff, so wie er wirklich ist. Denn er ist strahlend und voller Kontraste. Trotz Bildbearbeitung komme ich nicht an die wahre Schönheit heran.)

Vor einiger Zeit musste ich nach Kassel zum Rentenamt. Verkehrstechnisch gesehen liegt das Rentenamt sehr ungünstig für mich und zwar am anderen Ende von Kassel. *grummel*
Am anderen Ende von Kassel liegt aber auch das kleine Stoffgeschäft "Knopf und Kragen". *hurra*
Selbstverständlich habe ich diese beiden Punkte miteinander verbunden. Dabei musste ich leider feststellen, dass das Stoffgeschäft schließen wird. Dadurch war das Stoffangebot bereits sehr übersichtlich geworden und ich wollte schon mit leeren Tüten den Laden verlassen. Aber dann sah ich ihn und es wart um mich geschehen. Diesen Stoff musste ich haben....
(Wie die Geschichte weitergeht, erfahrt ihr irgendwann einmal, wenn ich es geschafft habe, den dazugehörigen Mantel zu nähen.)
Jedenfalls ist dies die kleine Vorgeschichte, die zu meinem Probemantel geführt hat.

Schnitt:
Burda-Style V6986

Größe:
42 mit ein paar Änderungen.





















(Diese Bilder stammen von meinem Handy und geben am besten die Farben des Stoffes wieder.)

Stoff:
Oberstoff - 100 % Baumwolle von Buttinette; Preis: ??? €/m
Futter - NevaViscon vom Stoffhaus am Kö; Preis 10,90 €/m
Stefanie von Sea of Teal hat diesen Baumwollstoff zu einer wundervollen Jacke und zu einem tollen Short verarbeitet. Ich war hin und weg und habe diesen Stoff sofort geordert. Eigentlich sollte ja auch was ganz Anderes daraus werden, aber...
Jedenfalls zerrte Tochter Laura diesen Baumwollstoff aus dem Lager. Hmhmhmm - ganz schön bunt. (Aber mein Traumstoff ist ja auch bunt, also...auf zum Probemantel.)
Apropos: Julia von sewionista hat ebenfalls diesen Stoff zu einer traumhaften Jacke verarbeitet. Sie hatte sie bereits in der vergangenen Woche beim MMM vorgestellt.



Änderungen:
Sagen wir mal so, von dem eigentlichen Schnitt ist eigentlich gar nichts mehr übrig geblieben. Nein, das ist so auch nicht richtig. Der Kragensteg und der Kragen sind geblieben wie sie waren. Aber die würde ich beim "richtigen" Modell ein Stückchen verkleinern.
Die Änderungen waren immens. Das ist auch meine eigene Schuld, denn ich bin lernresistent. Ich weiß, dass mir geradegeschnittene Modelle nicht stehen. Sie lassen mich noch fülliger erscheinen als ich ohnehin schon bin. Aber jedesmal wähle ich so ein Modell. *grummel*
Die Änderungen im Schnelldurchlauf:
- Brustpunkt nach unten versetzt und vertieft
- vertikalen Taillenabnäher eingefügt
- vorderes und hinteres Oberteil am Armausschnitt verschmälert
- Seitennaht unter dem Ärmel verschmälert
- Hohlkreuzanpassung
- oberer Rückenbereich gekürzt
- vertikalen Rückenabnäher eingefügt
und dann noch diverse andere Änderungen, die halt so anfallen.



















Verarbeitung:
Der Stoff war ein Traum. Er ließ sich wunderbar verarbeiten und tat das, was ich von ihm wollte. (Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit!)
Als Stabilisation habe ich Seidenchiffon in oberen Vorder- und Rückenbereich eingefügt. Dies gefällt mir sehr gut, denn ich habe das Gefühl, der Mantel sackt nicht so schnell herunter. Des Weiteren habe ich Ärmelfische in die Armkugeln eingenäht. Ja, ich muss sagen, der Ärmel gleitet angenehm über den Fisch.


Würdest du den Schnitt noch einmal nähen?
Hallo, darum habe ich ihn ja genäht!


Fazit: 
Es ist ein Sommermantel geworden. Leider ist es noch kein Sommer und daher kann ich kein endgültiges Fazit ziehen. Fakt ist, der Mantel trägt sich wunderbar. Ich würde mal behaupten, er passt recht gut. In Schulnoten ausgedrückt: 10 von 15 Punkten.


Heute führt Karin vom Blog dreikah die Riege der gut angezogenen Hobbyschneiderinnen beim MMM an. Der Stoff ihres Kleides löst bei mir "Haben-Woll-Impulse" aus. Er ist sooooo schön!
Momentan werkele ich an einem Ufo herum. Yvonet hat zu einem gemeinsamen Vernichten der vorhandenen Ufos aufgerufen. Des Weiteren schiebe ich mein Prada-inspirierdes Sommerkleid vor mir her. (Eigentlich fand ich die Wintermodelle sowieso viel, viel schöner. *grins*)

Ich verbleibe

bis bald

Martina


Nachspann:
Sommermantel - MaxLau
weiße Hose - Vögele (Ja, ich wohne auf dem Dorf und da ist Vögele ein modisches Highlight.)
Unterleibchen - jedenfalls kein Schießer-Feinripp
Schuhe - ich weiß es gerade nicht (Nein, so heißt nicht die Marke!)



Montag, 7. März 2016

Prada für Anfänger

Bunte Kleider, das Büro für schöne Dinge und wollixundstoffix rufen zu einem Prada-Sew-Along auf dem MMM-Blog auf. Schon im letzten Jahr wurde eifrig nach Westwood genäht und dieses Jahr steht Prada auf dem Plan.
In den vergangenen Tagen habe ich mir die Vita von Miuccia Prada durchgelesen und mich durch ihre Kollektionen geklickt. (Claudia hat die Faszination "Prada" auf dem Me-made-Blog wunderbar beschrieben.)
Bevor ich dies getan hatte, fand ich Prada zu architektonisch und zu gradlinig oder zu plakativ. Die Modelle waren mir zu kastig und zu voluminös. Da dies so gar nicht mein Ding ist, habe ich mich nicht weiter mit Prada beschäftigt. Bis es zum Aufruf fürs gemeinsame Nähen kam.
Und was soll ich sagen: Prada hat sie auch, die verspielten, die weiblichen, die femininen Modelle.

Meine "Inspirationen" habe ich auf meinem Pinterest-Konto gesammelt. Für mich kamen zwei Modelle in die engere Wahl, die ich gerne nacharbeiten würde. Das eine Modell ist eher etwas für die Wintermonate
(Bild von hier.)

und das zweite Modell passt zu dem kommenden Sommer.

(Bild von hier.)


Der Vogue-Schnitt V1074 würde mir als Vorlage dienen. Ich habe mir diesen Schnitt vor einer halben Ewigkeit gekauft und seitdem liegt er auf "Halde".

(Bildnachweis: voguepatterns.mccall.com)


Zu dem Kleid würde ich einen Mantel nähen. Nicht der, der ebenfalls Bestandteil dieses Schnittes ist, sondern das Burda Modell 7497-DL.

(Bildnachweis: burdastyle.de)

Das hat einen einfachen Grund, denn der Stoff ist bereits zugeschnitten. Und dies auch schon seit langer, langer Zeit. Das muss solange her sein, dass ich gar nicht mehr wusste, dass ich überhaupt mit diesem Mantel angefangen habe. Und das bringt mich dann auch gleich zur nächsten gemeinsamen Nähaktion. Yvonne hat nachgefragt, ob jemand Ufos besitzt und diese gemeinsam mit ihr abarbeiten möchte. Den angefangenen Mantel möchte ich bei dieser Aktion fertigstellen.

Ich weiß nicht, ob ich bei diesen beiden Aktionen bis zum Schluss mitmache. Meistens bin ich voll Tatendrang, aber dies lässt dann sehr schnell nach. Vor allem wenn ich merke, dass ich unter "Druck" gerate.
Jedenfalls finde ich beide Aktionen sehr gut.
Prada, weil ich meinen Horizont geöffnet und erweitert habe.
Ufo-Abbau, weil angefangene "Träume" endlich Wahrheit werden.

Bis bald

Martina

Folgende Modelle liegen auch noch im Rennen:

(Bild von hier.)


(Bild von hier.)


















(Bilder von hier.)

Mittwoch, 20. Januar 2016

MMM 20.01.2016 - Winterwonderland

Vor einiger Zeit stellte Constanze (Nahtzugabe) ihren Oversize-Wintermantel vor. Ihr Mantel erinnerte mich stark an meinen alten - neu liebgewonnen - Wintermantel und dies teilte ich ihr mit. (Der Mantel ist wirklich alt - Vintage sozusagen.) Daraufhin schrieb sie mir, dass ich den Mantel doch mal vorstellen soll und

"Tadaaa - Tusch - Trommelwirbel"

mache ich das glatt.

In den letzten Tagen fiel viel Schnee.


Ich liebe ja dieses Wetter. Klirrende Kälte, der Schnee knirscht beim Laufen, die Sonne blitzt vom blauen Himmel (okay-das war gestern) und eine besondere Stille liegt über dem Land. Ich mag das!

(Der hintere Ärmel und das seitliche Rückenteil bilden eine Einheit. Der vordere Ärmel ist eingesetzt.)

Zurück zum Mantel: Wie gesagt alt! Mitte der 90er Jahre begleitete Burda die Leser in große Metropolen und zeigte dort die entsprechende "landestypische" Kleidung. So wie sich das Burda halt so vorgestellt hat. Mein Mantel stammt aus der Mailand-Ausgabe. (Ja, ich schwärme schon immer für die Mode aus Italien.) Zum Stoff kann ich nichts mehr sagen. Es ist ein Mohair-Flausch-Wolle-Gemisch in einem tarnmäßigen Tannengrün.

(Auf diesem Bild kommt die Farbe am besten zur Geltung.)

Viele andere Hobbyschneiderinnen findet ihr beim wöchentlichen MMM. Doro führt heute in einem Traummantel den Mittwochs-Reigen an.



(Brrr, auch wenn ich das Wetter gern habe, bin ich froh, dass ich jetzt wieder ins Warme darf. 
Fotoshootings sind ja so anstrengend.)

Tschüss

bis bald

Martina


Nachspann:
Mantel - MaxLau
Jeans, Schuhe, Pulli, Shirt - no Name 
(Bin jetzt zu faul, um mich aus den Klamotten zu schälen und nachzuschauen.)
Fotos - Laura

PS: Das war mal ein schnell geschriebener Post. Ein sogenannter "Frühstückspausenschnellschreibpost".


Dienstag, 15. Dezember 2015

WKSA 2015 - Teil 3

13.12.2015 Teil 4

- Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
- Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
- Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.


Hahaha! Wenn das meine "richtige" To-Do-Liste wäre, hätte ich ein ganz großes Problem. Nichts, aber rein gar nichts kann ich von dieser Liste abhaken. Mein Nähplan war

ein Weihnachtskleid sowie ein Silvesterkleid zu nähen.

Ein ansich recht netter Plan.

Ich habe dann auch schnell zwei Kleider gefunden, die meiner Vorstellung sehr nahe kamen. Rucki-Zucki wurde der passende Stoff geordert. (Ein riesiges Stofflager wird völlig überbewertet.) Ein passender Schnitt war wiederum vorrätig. (Ein riesiges Schnittmusterlager ist goldwert!) Und dann hätte es losgehen können. Hätte!!! Wenn ja die blöde Zeit nicht wäre.

- Zeit für die Familie - ganz wichtig.
- Zeit für Geburtstage - auch wenn es der eigene ist - wird gerne genommen.
- Zeit für diverse vorweihnachtliche Veranstaltungen.
- Zeit für den Broterwerb - notwendiges Übel.
- Unfreiwillige Zeit für die Abgabe von Steuerbescheiden, die man sich gezwungenermaßen nehmen muß.
Aber wo bleibt die Zeit für das Nähen???

Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit. Mann und Sohn weilten beim Skifahren im fernen Gerlos. Und Laura machte es sich in ihrem Zimmer "hübsch". Und ich hatte Zeit!!!

Ich entschied mich für das "Silvesterkleid". Schnitttechnisch war es für mich reizvoller. Inspiriert hat mich ein Kleid der Firma Roksanda.
















(Bildquelle: mytheresa.com)

Modellbeschreibung:
Enges Oberteil mit zwei aufspringenden Brustabnähern, Vorder- und Rückenteil verschieden farbig, Taillenband, Kragen, aufgesetzter Reißverschluss, weiter nach unten engzulaufender Midirock.

Schnitt: 
Vogue V1312 Lynn Mizono


Stoff:
Oberstoff: auberginefarbige merceresierte Baumwolle; Preis: ???
sowie rotfarbige Seide von Naturstoffe.de; Preis: das möche ich nicht mehr wissen.
Futterstoff: Viskose vom Stoffhaus am Kö; Preis: 3,80 €/m

(In natura ist der auberginefarbene Stoff richtig auberginefarbig.)

Ausführung des Modells:
Das Schnittmusterwunschmodell hat ein Oberteil ohne jegliche Abnäher. Das geht bei mir ja gar nicht. Daher war der erste Schritt, nach einem passenden Oberteilschnitt zu suchen. Dieses Oberteil passte ich an meinen Oberkörper an. Er soll mir demnächst als Schnittgrundlage dienen und deshalb ließ ich mir beim Anpassen entsprechend Zeit. Beim Auflegen der Schnittteile auf den Stoff merkte ich, dass ich zuwenig Oberstoff hatte. Ich musste also den Stoff nachbestellen. *grummel-grummel-grummel* Also begann ich mit dem Futterkleid. Während des Zuschneidens begann der feurig rote Stoff mit mir zu plaudern:
"Oh, schau mich an, wie ich strahle. Ich bin das Rot - das einzig wahre!" Ja, ja, dachte ich mir - das einzig wahre Rot. Pah, bei mir biste das Futterkleid - für unten drunter und keiner sieht dich strahlen.
"Oh, schau mich an, wie ich fließe. So sanft und doch so schwer." Ja, Mist, wirklich schwer. Das ist nicht gut!
"Oh, schau mich an, wie ich wirke. Geheimisvoll und faszinierend. Ich bin die Königin der Nacht!" Ach, schwätz du nur.


Zuerst begann ich das Oberteil zusammenzunähen. Der Sitz gefiel mir tatsächlich gut. Dann nähte ich die erste Lage Rock an das Oberteil. Ja, auch nicht schlecht, aber....was sagte mir mein Stoff doch gleich??? Dann kam die zweite Lage Rock an die erste Lage Rock und...Mist! Der Stoff ist viel zu schwer für ein Futterkleid! Meine ganzen Wunschvorstellungen von einem Silvesterkleid zerfielen in Sekundenschnelle.
Jetzt saß ich da mit diesem riesigen roten Stoffberg auf meinem Schoß. Doch plötzlich begann der Berg zu reden:
"Oh, bin ich denn so häßlich? Findest du mich gar nicht hübsch? Probier mich wenigstens einmal an. Das habe ich wenigstens verdient." OK - also bin ich in die Stoffberg hineingestiegen.
Ja, was soll ich sagen, während des Anziehens wurde ich eins mit meinem Kleid. Es fühlte sich so himmlich an und die Farbe gefiel mir so gut. Alles war gut. Bis zu dem Moment als ich in den Spiegel schaute. ARGHHHHHH!
(Sagen wir mal so, das Kleid ist toll. Aber man muss mindestens 1.75 m sein und bei der Größe sollte keine 4 am Anfang stehen.)


Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Soll ich es wagen und den Schnitt nochmals in dem anderen Stoff zuschneiden. (Man hat da ja schon die tollsten Dinge erlebt.) Soll ich mir einen ganz anderen Schnitt aussuchen? Soll ich mein Wunschmodell aus meinem Kopf radieren? Soll ich akzeptieren, dass manche Modelle halt nicht gehen? Was soll ich machen?

Jedenfalls werde ich das rote Kleid kürzen und zum Oberkleid befördern. Ich werde kein Futterkleid einsetzen, sondern nur mit Belegen arbeiten. Einen verdeckten Reißverschluss werde ich noch einnähen und den Rock säumen. Dann trage ich zu Silvester mein einzig wahres rotes Kleid und fühle mich wie die Königin der Nacht - geheimnisvoll und faszinierend. (Man sollte öfters auf seine Stoffe hören.)








 












Ganz viele fertige und fastfertige Weihnachtskleider findet ihr beim jährlichen Weihnachtskleid-MMM. Ich bedanke mich beim MMM-Team für die wunderbare Betreuung. Es ist schön, dass es euch gibt.

Bis bald und einen wunderschönen Advent wünscht

Martina


Nachspann:
Fotos - MaxLau mit Samsung-Handy. Was man an der Qualität der Fotos sieht.
Nur ganz ohne Fotos ist ein Blogpost auch doof!

Mittwoch, 11. November 2015

MMM 11.11.2015 - Wenn einer eine Reise tut...

Wenn einer eine Reise tut, dann muss er schon mal planen. Natürlich muss man bei einer Reise viel planen, aber da es sich hier um ein Nähforum handelt, beschränken wir uns auf das Wesentliche. Und das wäre: Was ziehe ich an!

Ich will euch jetzt nicht mit dem kompletten Inhalt meines Reisekoffers langweilen, sondern mich auf das Notwendigste beschränken. Und das wäre ein Mantel oder, wenn die Temperaturen in Köln es erlauben, eine Übergangsjacke. (Eine herrlich blöde Beschreibung für ein Kleidungsstück!)

Da wir umgezogen sind (Wah, wie langweilig - immer wieder das Gleiche.), sind ein paar Kleidungsstücke zum Vorschein getreten, die ich - öhm-ganz rot werdend - tatsächlich "vergessen" hatte.

Als da wären

Mantel Nr. 1 (uralt)

Schnitt:
Der ist so alt, dass ich nur noch weiß, dass es ein Schnitt aus der Burda Moden ist. Ich glaube, da hat noch die Aenne Burda das Vorwort geschrieben.

Stoff:
Roarrr - Isch binne ganz wild!! Tja, was könnte das sein??? Es hat jedenfalls nie gelebt!

Größe:
Ich bin schon immer meiner Größe 42 treu gewesen. (Mal spannt es ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger.)

Verarbeitung:
Oh je, daran erinnere ich mich allerdings noch gut, denn es hat nichts geklappt. Beim Tragen habe ich den schlimmsten Fehler bemerkt, denn ich hatte beim Futter einen Fehler gemacht. Die Jacke sitzt sehr stramm über den Schultern. Irgendwas hatte ich beim Raglanfutterschnitt übersehen.

Fazit: 
Ich trage den Leo-Verschnitt nicht sehr gerne. Man sticht so aus der Menge heraus und das mag ich eigentlich überhaupt nicht gerne. Der kluge Leser fragt sich sicher jetzt: Warum hat sie die Jacke denn genäht? Ja, warum wohl?!? Wahrscheinlich weil ich die Farben sehr mag.


Mantel Nr. 2 (alt)


Schnitt:
Das weiß ich noch, das weiß ich noch. (Jetzt bekomme ich bestimmt einen Fleiß-/Aufmerksamkeitssternchen!)
Der Schnitt ist von McCalls: M 5766.

Stoff:
Kikeriki - ein klassischer Hahnentritt und ein Futterstoff, der mich in Berlin nicht verloren gehen lässt.


Größe:
Das variierte zwischen 14 und 16. Es waren meine ersten Versuche bezüglich einer FBA.


(Bewegungsfotos - à la bonne heure!)

Verarbeitung:
Es waren schon recht viele Teile. Aber der Stoff ließ sich gut verarbeiten.

Fazit:
Ich trage den Kikeriki-Verschnitt nicht sehr gerne. Man sticht so aus der Menge heraus und das mag ich eigentlich überhaupt nicht gerne. Außerdem finde ich die kurzen Ärmel blöd! Der kluge Leser fragt sich abermals: Warum hat sie die Jacke denn genäht? Ja, warum wohl?!? Das Modell hat mir damals wohl sehr gut gefallen.


Die anderen gut gekleideten Damen findet ihr beim wöchentlichen MMM.

Ich werde jetzt für mein Köln-Wochenende packen gehen und verbleibe

bis bald

Martina


Nachspann:
Mantel1 - MaxLau
Mantel 2 - MaxLau
übrige Klamotten - Hüllen wir uns lieber mal in Schweigen. Sagen wir mal so, sie halten schön warm.
Fotos - Mal eben auf die Schnelle - Laura